Ausschreibung ÉLIANE 2027
Ausschreibung für ÉLIANE 2027 - Kulturzeitung der www.arttourist.com mit den Themen Jazz, Neue Musik, Klassik 2.0, Elektronische Musik, Klang, Medien und Green Culture. Jahrespublikation mit einer Laufzeit von April 2027 bis April 2028 mit Informationen, Hintergründen, Interviews und vielen Tipps & Links.
nach MILES, ELLA, OSCAR, PEGGY, TONY, MELBA, ZBIGGY, CAROL und JIMI gehen wir mit ÉLIANE ins Jahr 2027 und präsentieren die 10. Ausgabe unserer Zeitung, die sich den Themen Jazz, Neue Musik, Elektro, Klangkunst, Klassik 2.0 und Green Culture widmet und jährlich anlässlich der weltgrößten Jazzmesse, der jazzahead! in Bremen, erscheint.
Werden Sie Teil unserer Klaviatur der Namen und starten Sie mit uns ins Jahr 2027. Lassen Sie uns im Interesse der Musik und der Kunst gemeinsam ein deutliches Zeichen für eine vielfältige und lebendige Kultur in Europa setzen. Präsentieren Sie sich, Ihr Programm und die Einzigartigkeit Ihrer Arbeit einer kulturaffinen Leserschaft.
Mit den digitalen Ausgaben CAROL 2025 und JIMI 2026 haben wir jeweils mehr als eine Million Leser:innen erreicht. Zusätzlich waren sämtliche Inhalte auf arttourist.com abrufbar und wurden über Social Media begleitet. arttourist vereint langjährige Erfahrung und fundierte Expertise in den Bereichen Kultur, Tourismus und Medien, die in unsere Projekte einfließen und uns antreiben.
Namenspatronin der Ausgabe ist die französische Komponistin Éliane Radigue, die zu den Pionierinnen der elektronischen Musik gehörte und als Entdeckerin der Langsamkeit gilt. Es gibt Musik, die sich aufdrängt, und Musik, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Die französische Komponistin Éliane Radigue (1932–2026) gehörte zu den Künstlerinnen, die das Hören selbst verwandeln konnten. Ihre Musik war leise, langsam und von einer beinahe unerschöpflichen Geduld. Sie wollte nicht überwältigen, sondern die Ohren für das öffnen, was im Klang verborgen liegt. Dabei entwickelte sie eine ganz eigene Klangsprache. Éliane Radigue, die am 23. Februar 2026 im Alter von 94 Jahren in Paris starb, hinterlässt ein Werk, das sich der schnellen Wirkung entzieht. Seine Radikalität liegt gerade in seiner Zurückhaltung: Es verlangt Zeit, ohne sie zu verschwenden, und lehrt uns, dass selbst im scheinbar Unveränderlichen Bewegung steckt. Wer Radigue hört, hört nicht einfach Musik. Er lernt, der Zeit beim Vergehen zuzuhören.
Unser Titelgesicht ist in diesem Jahr die Musikwissenschaftlerin, Kuratorin und künstlerische Leiterin der Donaueschinger Musiktage, Lydia Rilling. Wer Neue Musik kuratiert, muss mit dem Unvorhersehbaren rechnen: mit Klängen, die sich vertrauten Kategorien entziehen, mit Werken, die das Publikum herausfordern, und mit der Frage, wie viel Zukunft eine traditionsreiche Institution verträgt. Lydia Rilling hat sich dieser Aufgabe verschrieben. Sie versteht Neue Musik nicht als abgeschlossenen Zirkel für Eingeweihte, sondern als ein Labor der Gegenwart. Ihre Leidenschaft für dieses Feld wird sie auch in den kommenden Jahren mit dem Publikum teilen. Ihr Vertrag wurde gerade über das Jahr 2027 hinaus verlängert.
Von Beginn ihrer Tätigkeit in Donaueschingen an war ihr die stärkere Präsenz von Komponistinnen im Konzertbetrieb ein wichtiges Anliegen. Dies spiegelt sich in der Vergabe von Kompositionsaufträgen und im Wiederentdecken längst vergessener Musikstücke von Komponistinnen wider. Lydia Rilling verbindet eine enge kuratorische Beziehung zum Werk der französischen Pionierin Éliane Radigue. Immer wieder stellt sie Radigues radikalen, kollaborativen Ansatz, der ohne traditionelle Notationsformen auskommt, ins Zentrum ihres Festivalprogramms – so 2023 im Eröffnungskonzert ihrer ersten Donaueschinger Musiktage wie auch 2026, wenn Radigues Werke im Festivalprogramm unter dem Titel „Polyphonies“ erneut eine Schlüsselrolle einnehmen.
Zum ersten Mal ist unser Titelgesicht damit nicht im Jazz, sondern in der Neuen und elektronischen Musik verortet. Damit unterstreichen wir die Vielfalt unserer Themen und unseren inhaltlichen Fokus auf das genreübergreifende Denken und Arbeiten vieler Musiker:innen und Künstler:innen. Dieses ist allgegenwärtig und kommt in zahlreichen Formaten, bei Festivals und auf Einspielungen zum Tragen. Genreübergreifendes Arbeiten ist längst mehr als eine Randerscheinung des Musikbetriebs.
Für Musiker:innen bedeutet dieser Grenzgang zunächst eine Erweiterung des eigenen Vokabulars. Wer sich auf andere Genres einlässt, begegnet nicht nur neuen Klängen, sondern auch anderen Vorstellungen von Zeit, Rhythmus, Form und Ausdruck. Die Improvisation trifft auf die präzise ausnotierte Partitur, elektronische Klangflächen treffen auf akustische Instrumente, traditionelle Melodien auf urbane Beats. Solche Begegnungen können irritieren, bisweilen auch scheitern. Doch gerade in dieser Reibung liegt ihr Potenzial. Die eigentliche Spannung liegt ohnehin nicht im bloßen Wechsel des Genres, sondern in der Begegnung unterschiedlicher musikalischer Denkweisen.
Auch der Musikbetrieb hat die Lust an der Grenzüberschreitung entdeckt. Ungewöhnliche Kooperationen versprechen Aufmerksamkeit, Festivals profilieren sich mit stilistischer Vielfalt, und das Wort Crossover signalisiert bisweilen vor allem, dass sich unterschiedliche Publikumsgruppen erschließen lassen.
Ein weiteres wichtiges Thema in ÉLIANE wird die Weiterentwicklung der Ansätze von GREEN CULTURE und SOIL MUSIC sein. Nachhaltigkeit in der Kulturbranche gewinnt zunehmend an Bedeutung. Theater, Museen, Festivals und andere Kultureinrichtungen können durch den bewussten Umgang mit Ressourcen, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Wiederverwendung von Materialien einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Gleichzeitig umfasst Nachhaltigkeit auch soziale und wirtschaftliche Aspekte, etwa faire Arbeitsbedingungen, kulturelle Vielfalt und langfristige Planung. Ziel ist es, Kultur verantwortungsvoll zu gestalten und auch zukünftigen Generationen zugänglich zu machen.
Call for Submissions for MAURICE 2027
the cultural magazine of www.arttourist.com, focusing on photography, film, video and immersive art, featuring exhibitions, festivals, books and plenty of recommendations. An annual publication running from May 2027 to May 2028, featuring news, background stories, interviews, and plenty of tips with links.
Following MILES, ELLA, OSCAR, PEGGY, TONY, MELBA, ZBIGGY, CAROL and JIMI, we are entering 2027 with ÉLIANE, the tenth edition of our publication. Dedicated to jazz, contemporary classical music, electronic music, sound art, Classical Music 2.0 and Green Culture, arttourist is published annually to coincide with jazzahead! in Bremen, the world’s largest jazz trade fair.
Become part of our ever-evolving constellation of names and join us as we embark on 2027. Together, in the interest of music and the arts, let us make a strong statement in support of a diverse and vibrant cultural landscape in Europe. Showcase yourself, your programme and the distinctive character of your work to a culturally engaged readership.
Our digital editions CAROL 2025 and JIMI 2026 each reached more than one million readers. In addition, all content was available on arttourist.com and promoted through social media. arttourist brings together many years of experience and in-depth expertise in culture, tourism and media. This knowledge informs our projects and continues to drive us forward.
The edition takes its name from the French composer Éliane Radigue, one of the pioneers of electronic music, renowned for her exploration of slowness. There is music that demands our attention, and music that waits to be discovered. The French composer Éliane Radigue (1932–2026) was one of those artists capable of transforming the very act of listening. Her music was quiet, slow and imbued with an almost inexhaustible patience. Rather than overwhelm, it sought to open our ears to what lies hidden within sound. In doing so, she developed a sound language entirely her own. Éliane Radigue, who died in Paris on 23 February 2026 at the age of 94, leaves behind a body of work that resists immediate impact. Its radical nature lies precisely in its restraint: it asks for time without wasting it, reminding us that movement exists even within what appears unchanging. To listen to Radigue is not simply to listen to music. It is to learn to listen to time as it passes.

This year’s cover feature is Lydia Rilling, musicologist, curator and Artistic Director of the Donaueschinger Musiktage. Curating contemporary music means embracing the unpredictable: sounds that defy familiar categories, works that challenge audiences, and the question of how much change a long-established institution can accommodate.
Lydia Rilling has dedicated herself to this challenge. She sees contemporary music not as a closed circle for the initiated, but as a laboratory of the present. She will continue to share her passion for this field with audiences in the years to come, having recently had her contract extended beyond 2027. From the very beginning of her tenure in Donaueschingen, increasing the presence of women composers in concert programmes has been one of her key priorities. This commitment is reflected in the commissioning of new works and the rediscovery of long-forgotten compositions by women. Lydia Rilling has a close curatorial relationship with the work of French pioneer Éliane Radigue. She repeatedly places Radigue’s radical, collaborative approach, which eschews traditional forms of musical notation, at the heart of her festival programming. This was evident in the opening concert of her first Donaueschinger Musiktage in 2023 and will be equally apparent in 2026, when Radigue’s works once again occupy a key position in the festival programme under the title “Polyphonies”.
For the first time, our cover feature comes not from the world of jazz, but from contemporary and electronic music. In doing so, we reaffirm the breadth of our subject matter and our editorial focus on the cross-genre thinking and working practices of musicians and artists. These approaches are now widespread, finding expression in a wide range of formats, at festivals and in recordings. Working across genres has long since become more than a marginal phenomenon in the music industry.
For musicians, crossing these boundaries first and foremost means expanding their own musical vocabulary. Engaging with other genres brings encounters not only with new sounds, but also with different conceptions of time, rhythm, form and expression. Improvisation meets the precisely notated score; electronic soundscapes meet acoustic instruments; traditional melodies meet urban beats.
Such encounters can be disorienting and, at times, may even fail. Yet it is precisely in this friction that their potential lies. The real tension, after all, does not stem simply from moving between genres, but from the encounter between different ways of thinking about music. The music industry, too, has discovered the appeal of crossing boundaries. Unusual collaborations promise visibility, festivals establish their profiles through stylistic diversity, and the term crossover sometimes serves primarily as a signal that different audience groups can be reached.
Another key topic in ÉLIANE will be the further development of the ideas behind GREEN CULTURE and SOIL MUSIC. Sustainability is becoming increasingly important across the cultural sector. Theatres, museums, festivals and other cultural institutions can make a significant contribution to environmental protection through the responsible use of resources, the adoption of renewable energy and the reuse of materials. Sustainability also encompasses social and economic dimensions, including fair working conditions, cultural diversity and long-term planning. The aim is to shape culture responsibly and ensure that it remains accessible to future generations.
