2026 Videoart at Midnight meets Seoul

Videokunst

Videokunst ist eine der wandlungsfähigsten Ausdrucksformen der Gegenwartskunst – ein Medium, das sich bewusst zwischen den klassischen Kategorien bewegt. Seit ihren Anfängen in den 1960er-Jahren, als tragbare Kameras erstmals künstlerisch eingesetzt wurden, hat sich Videokunst kontinuierlich weiterentwickelt und dabei immer wieder neue technische Möglichkeiten aufgenommen. Doch trotz aller Innovationen bleibt ihr Kern derselbe: die Untersuchung von Zeit, Wahrnehmung und Realität durch bewegte Bilder.

Im Gegensatz zum Film, der meist narrativen Strukturen folgt, entzieht sich Videokunst oft bewusst einer linearen Erzählweise. Sie arbeitet mit Fragmenten, Wiederholungen, Verlangsamungen oder Überlagerungen und fordert das Publikum dazu auf, Seherfahrungen neu zu denken. Dabei kann sie gleichermaßen intim wie monumental wirken – vom kleinen Bildschirm in einer dunklen Ecke bis hin zu raumfüllenden Installationen.

Ein wesentliches Merkmal der Videokunst ist ihre Offenheit. Sie verbindet Elemente aus Performance, Musik, Skulptur und digitaler Technologie und überschreitet dabei konsequent mediale Grenzen. Gerade im Zeitalter von Streaming, sozialen Medien und allgegenwärtigen Bildschirmen gewinnt sie neue Relevanz: Videokunst reflektiert nicht nur die Bilderflut unserer Zeit, sondern hinterfragt auch deren Wirkung auf unsere Wahrnehmung und unser Verständnis von Wirklichkeit.

So ist Videokunst heute weniger ein klar umrissenes Genre als vielmehr ein dynamisches Feld – ein Experimentierraum, in dem Künstlerinnen und Künstler die Sprache der Bilder immer wieder neu erfinden.

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St. Moritz (CH)

St. Moritz Art Film Festival
20. – 23.08.2026

Nach einer vierten Ausgabe mit 40 Vorführungen, 13 Premieren und internationaler Presseberichterstattung festigt das St. Moritz Art Film Festival (SMAFF) seinen Platz auf der globalen Karte des Kunstfilmfestivals.  2020 als gemeinnütziger Verein gegründet, organisiert SMAFF ein internationales Kino- und audiovisuelles Festival im Herzen des Schweizer Engadins – und zieht nationale wie internationale Produktionen an, die einem breiten Publikum zugänglich sind. Das Festival fördert Arthousekino, Videokunst und audiovisuelle Kultur auf kantonaler, nationaler und internationaler Ebene.

SMAFF ist ein Ort der Widersprüche, die sich harmonisch ergänzen: exklusiv in der Programmierung und zugleich offen für die Gemeinschaft; radikal im Inhalt, elegant in seinen Veranstaltungsorten; fokussiert im kuratorischen Ansatz, vielfältig im öffentlichen Programm; international in der Reichweite, tief verwurzelt in der Natur des Engadins.

Als erstes wirklich nachhaltiges Kunstfilmfestival thematisiert SMAFF konsequent Klimawandel, Naturwunder, Kunst und Gesundheit sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Das Festival versteht sich als Plattform für kulturellen Austausch und als Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft. Im Herzen von St. Moritz, eingebettet in die atemberaubende Natur des Engadins, findet das Festival sein Zuhause im neu eröffneten Cinema Scala – legendär, zentral, unverwechselbar.

Tradition trifft Innovation

Das Programm bewegt sich an der Schnittstelle von Arthousekino, Videokunst und Grand-Public-Produktionen. Intim und exklusiv im Maßstab, offen für ein breites Publikum im Anspruch – wie St. Moritz selbst: Pionier und Hüter der Traditionen zugleich. Ein sorgfältig gewähltes jährliches Thema bildet den roten Faden durch Vorführungen, Gespräche und und Begleitveranstaltungen – auch über das Festival hinaus. Das Ergebnis: eine kohärente thematische Entwicklung, die sachliche, philosophische und kulturelle Debatten auslöst und einen bleibenden Fussabdruck hinterlässt.

www.smaff.org

 

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Ludwigshafen

Festival des deutschen Films
19.08. – 06.09.2026

Vom 19. August bis 6. September 2026 verwandelt sich die idyllische Parkinsel am Rhein zum Mekka der Filmwelt. Letztes Jahr begrüßten Festivalintendant Dr. Michael Kötz und Programmchefin Daniela Kötz über 400 Filmschaffende und über 130.000 Gäste. Damit festigte das Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein sein Standing als zweitgrößtes Filmfestival Deutschlands nach der Berlinale.

Das Festival eröffnet am 19. August 2026 um 18.30 Uhr mit der Zeitgeistkomödie PLÖTZLICH SCHWIEGERVATER. Neben Produzentin Doris Zander werden die HauptdarstellerIn Uwe Ochsenknecht und Nina Gummich sowie Leslie Maltonund der Drehbuchautor Martin Rauhaus vom Team erwartet.  Zugesagt haben zur Eröffnung neben zahlreichen Sponsoren und Ehrengäste Gordon Schnieder, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Klaus Blettner, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen und Dr. Katja Scharpwinkel, Vorstandsmitglied der BASF SE.

Das Festival präsentiert 2026 insgesamt 68 Produktionen. 13 Filme konkurrieren im Wettbewerb um den begehrten Filmkunstpreis, der von einer prominenten Fachjury vergeben wird: Dr. Alice Brauner (Produzentin/Drehbuchautorin), Margarita Broich (Schauspielerin) und Christian Granderath (Produzent/ehemaliger NDR-Fernsehspielchef). Insgesamt 50 Filme des Programms sind für den „Rheingold Publikumspreis“ nominiert, darüber hinaus zeigt das Festival drei Sondervorführungen, 15 internationale Gastbeiträge und – traditionell - 6 Kinderfilme. Insgesamt sind auf dem Festival 74 Produktionen zu sehen.

www.festival-des-deutschen-films.de

Zürich (CH)

Zurich Film Festival
24.09. – 04.10.2026

Das Zurich Film Festival (ZFF) ist das zweitgrösste Filmfestival im deutschsprachigen Raum und präsentiert jeden Herbst während 11 Tagen die schönsten Entdeckungen sowie die meist erwarteten Filme des Jahres. Es fördert den Austausch zwischen aufstrebenden Regisseurinnen und Regisseuren, arrivierten Filmschaffenden, der Filmindustrie und dem Publikum.

www.zff.com

 

Ana Vaz, Foto © Anthony Francin

Luxemburg (L)

Ana Vaz: A câmera é o corpo
(The Camera is the Body)
13.11.2026 – 02.05.2027

Die 1986 in Brasília geborene Künstlerin Ana Vaz arbeitet mit Film als einer Praxis gegen Auslöschung. Ihre Filme entstehen aus einer Haltung von "astonishment", einem Anstoß, sich dem zu nähern, das sich der Erfassung entzieht. Sie konzentriert sich dabei auf Narbem, Ruinen, Geister und verborgene Geschichten, während sie gleichzeitig Potenziale, Intensitäten und neue Verbindungen aufspürt, die aus ihnen entstehen. Durch sogenanntes "embodied cinema" – ein Kino, in dem Empfindungen und Körper im Zentrum stehen – hinterfrägt Vaz das rationale Subjekt westlicher Narrative und nähert sich menschlichen, tierischen und pflanzlichen Welten nicht als Dokumentation, sondern als Manifestation, als Pakt mit anderen Wesen, die das Erblicken zu einem gegenseitigen Akt machen.

Die Arbeiten der Künstlerin sind durchdrungen von der Musik ihres Vaters Guilherme Vaz, dessen Interesse für Komposition immer bereits das Lebendige, die Welt selbst betraf.

Mit Ausstellungen (Auswahl) in der Secession in Wien (2025), Jeu de Paume in Paris (2021), im Matadero Madrid (2019) und bei LUX London (2018) sowie Präsentationen auf der Istanbul Biennale (2025) und Thessaloniki Biennale (2023) hat sich Vaz international etabliert.

Für ihre erste große, institutionelle Ausstellung schafft sie eine modulare Umgebung, die als Laboratorium für experimentelles Lernen fungiert – ein Raum, in dem Workshops und Veranstaltungen für alle Altersgruppen das Erkundungsprinzip ihrer künstlerischen Praxis fortsetzen und die Galerien selbst zu Orten des radikalen, kollektiven Wissenserwerbs werden.

The Contemporary Art Museum of Luxemburg | www.mudam.com

Filmplakat

GO CLARA GO

ein Film von Sylvie Kürsten
Deutschland 2025, 93 Minuten, deutsche Originalfassung
FSK 0

Wie lassen sich die Grenzen des Sag- und Sichtbaren durch Kunst verschieben – trotz oder gerade wegen aller Widerstände? Vor gut 50 Jahren erklärte eine Handvoll Künstler:innen die einstige sozialistische Vorzeigestadt Chemnitz/Karl-Marx-Stadt zur avantgardistischen Happening-Zone. Ob stumme Performances oder Pleinairs an der See, überbordende Künstlerfeste oder kaltnadelradierte Kollektivwerke – die Künstlergruppe Clara Mosch und die genossenschaftlich organisierte Galerie Oben haben seit den 70er Jahren bewiesen, dass Kunst in der DDR frei sein kann. Und westlichen Vorbildern wie Joseph Beuys in nichts nachsteht.

Mit ihrem Dokumentarfilm „Go Clara Go: die Kunst des kreativen Widerstands“ legt die Regisseurin Sylvie Kürsten ein Ausnahmekapitel ostdeutscher Kunstgeschichte offen. Zusammen mit den Protagonist:innen von damals spürt sie der kreativen Energie dieses subkulturellen Durchlauferhitzers am sächsischen Erzgebirgsrand nach – und taucht tief ein in diese legendäre DDR-Parallelwelt, in der Kunst und Leben immer zusammen gehörten. Das zog zahlreiche Fans an, aber auch die Spitzel der Stasi. Ein filmisches Fest für die nonkonforme Kunst aus dem Osten und eine Hommage an die Heimat. Und zwar pünktlich zum europäischen Kulturhauptstadtjahr 2025, wenn Chemnitz das Kunstpublikum aus aller Welt empfängt.

Sylvie Kürsten (Buch & Regie), 1979 in Ludwigsfelde geboren, arbeitet seit 2011 als Dokumentarfilmregisseurin. Ihre Filme, die meist im Spannungsfeld von Kunst und Gesellschaft angesiedelt sind, beschreibt sie als „HinterSINNlich“: mit möglichst viel Bedeutung aufgeladen, aber immer poetisch und selten ohne Augenzwinkern. Nach der Masterclass Non-Fiction an der ifs Köln 2019 lotet die Filmemacherin kontinuierlich die erzählerischen Möglichkeiten des dokumentarischen Formats aus. Seit Beendigung ihres Redaktionsvolontariats beim Norddeutschen Rundfunk 2008 arbeitet Sylvie Kürsten auch als freie Kulturjournalistin für TV-Magazine sowie die Hörfunkwellen der ARD. Des Weiteren unterstützt sie das live-journalistische Show-Format JIVE. Für ihre Arbeiten hat sie unter anderem einen Grimmepreis gewonnen, war zu Gast beim Theatertreffen Berlin und beim Beirut Art Film Festival eingeladen.

www.salzgeber.de/clara

CAST
mit Gregor Torsten Kozik, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner, Gunar Barthel, Nora Barthel, Olivia Glaser, Georg Girardet, Tabea Wendenburg, Isotta Poggi

CREW
Buch & Regie - Sylvie Kürsten | Bildgestaltung - Martin Langner | Montage & Visuelles Design -  Johannes Girke | Musik - Fabian Russ, Orchestronik (zum Interview mit Fabian Russ)| Tänzerin - Anna Weißenfels |  Sprecherin - Jule Böwe |  Sounddesign & Mischung - Jörg Höhne, Andrea Würth, Nicola Fanari, Dietrich Körner | Grading - Till Beckmann | Ton - Ullrich Menges, Alfred Tesler | Zusätzliche Kamera - Chris Trieloff, Anne Misselwitz, Roman Schlaack, Valentin Kuehn | Zusätzlicher Ton - Karsten Höfer, Martin Kleinmichel, Lutz Leischke, Lotta Sahlstedt, Zora Butzke, André Klar | Projektionsdesign  - Bodo Gottschalk | Grafik/Titeldesign - Johannes Girke | Produzenten - Gregor Streiber, Friedemann Hottenbacher |Produktionsleitung MDR Evelyn Wenzel | Redaktion MDR Thomas Beyer
eine Produktion von inselfilm www.inselfilm.de
im Koproduktion mit dem Mitteldeutschen Rundfunk www.mdr.de
gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die MV Filmförderung
im Verleih von Salzgeber

Kassel

dok@home
Fünf Festivals launchen Deutschlands erste Online-Filmothek
für internationale Dokumentarfilme

­Die neuesten und wichtigsten internationalen Dokumentarfilme auf den Bildschirmen zuhause: Die Filmfestivals dokKa Karlsruhe, Kasseler Dokfest, LICHTER Filmfest Frankfurt, doxumentale Berlin und DOK.fest München launchen gemeinsam die erste Streamingplattform für herausragende internationale Dokumentarfilme in Deutschland. Eine Online-Filmothek mit kuratierten Highlights aus den Festivalprogrammen – Publikumslieblinge, Preisgewinnerfilme, filmische Entdeckungen oder Debütfilme.

In thematischen Reihen wie Empowerment, Lebensrealitäten, Politik & Gesellschaft oder Kunst & Musik werden die Filme den Zuschauer*innen leicht zugänglich gemacht.

Die Filme werden in ihrer Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln angeboten. Die Plattform selbst ist zweisprachig deutsch und englisch, um möglichst viele Bürger*innen zu erreichen. Unter dem vielfältigen Angebot  ist auch die Kassel-Trilogie (KASSEL, ANNÉES 30: UNE TRILOGIE ALLEMANDE (KASSEL, 30ER JAHRE: EINE DEUTSCHE TRILOGIE 1996-1999) der französischen Filmemacherin Catherine Bernstein, die nach fast 30 Jahren 2024 beim Kasseler Dokfest ihre Deutschlandpremiere feierte, online zugänglich.

Für 5 Euro pro Film können die Dokumentarfilme deutschlandweit gestreamt werden. Die Plattform bietet zusätzlich Filmgespräche, aufgezeichnet bei den Festivals. So erhalten die Zuschauer*innen vertiefende Einblicke in die Geschichten und deren Hintergründe. Das Angebot wächst stetig mit neuen Festivalfilmen an.

Mit dieser Plattform schaffen die Festivals einen Ort für cineastische Entdeckungen, politische Reflexion und kulturelle Teilhabe, deutschlandweit!

www.dok-at-home.de

Los Angeles (USA)

The Academy Museum of Motion Pictures

Das Academy Museum of Motion Pictures wird die weltweit führende Institution sein, die sich der Kunst und Wissenschaft von Filmen widmet. Das Museum befindet sich in Wilshire/Fairfax in Los Angeles und ist gleichermaßen einfallsreich, experimentell, lehrreich und unterhaltsam. Das vielseitige Filmzentrum ist nicht nur Museum, sondern bietet zusätzlich einzigartige Erlebnisse und Einblicke in den Film. Die Dauerausstellung wird den Besuchern Einblick in die Geschichte des Films, des Filmemachen und der Welt des Films geben. Die Ausstellung wird sich über 30.000 m2 auf zwei Etagen des Museums erstrecken und vereint beeindruckende Schauplätze, Schlüsselobjekte aus den unvergleichlichen Sammlungen der Akademie.

Eröffnung 2021 | www.academymuseum.org