Cottbus
Zwischen Fundament und Zukunft –
Musikalische Impulse für eine Region im Wandel
Eine Region im Strukturwandel, ein Orchester mit über hundert Jahren Geschichte: Das Philharmonische Orchester des Staatstheater Cottbus prägt das kulturelle Leben der Stadt Cottbus und der Lausitz. Wie klingt Musik in einer Region, die sich neu erfindet?
Gegenwart im Dialog mit der Tradition
Als Klangkörper des einzigen Staatstheaters im Land Brandenburg mit den Sparten Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Konzert steht das Orchester für Kontinuität und Erneuerung – im Orchestergraben ebenso wie auf der Konzertbühne. Zwischen Richard Wagner und Gerd Natschinski, Gaetano Donizetti und Marc Sinan entfaltet sich im Musiktheater ein Repertoire, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Den Kern der Orchesterarbeit bilden die Philharmonischen Konzerte: Hier begegnen sich Klassik und klangliche Visionen des 20. und 21. Jahrhunderts in einem bewusst gestalteten Dialog.
Horizonte
Prägend für das Profil des Orchesters ist seit 2019/20 Generalmusikdirektor Alexander Merzyn. Wichtig ist ihm die Beschäftigung mit den aktuellen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit, die sich in seinem Konzertprogramm in Cottbus widerspiegelt. Seine Handschrift verleiht jeder Saison einen gedanklichen Rahmen, der Werke in Beziehung setzt und größere Zusammenhänge hörbar macht. Unter dem Leitmotiv HORIZONTE beschreibt Merzyn die programmatische Weite der Konzertsaison 2026/27. Vom kraftvollen Auftakt mit Strauss, Ravel und einer Uraufführung von Søren Nils Eichberg über Akzente mit Stücken u. a. von Florence Price und Carlos Simon spannt sich der Bogen bis hin zum existenziellen Finale mit Mahlers Sechster Sinfonie.
Konzert neu gedacht
Das Orchester bewahrt nicht nur seine große Tradition, sondern gestaltet aktiv neue Formen, um Musik anders zu erleben. Mit dem Projekt „Klangstation Cottbus“ begeben sich die Musiker*innen in den Stadtraum und schaffen damit besondere Möglichkeiten der Begegnung. Crossover-Formate mit Musik aus Film und Videogames sowie digitale Impulse markieren neue Zugänge und Hörweisen. Ein Beispiel dafür ist die Groove Symphony: Gemeinsam mit den Techno-Produzenten Dapayk und Alec Troniq verbindet das Orchester Club-Sounds mit Sinfonik. Schüler*innen entwickeln eigene Tracks, die live integriert werden. Selbst einbringen kann sich das Publikum auch beim „Wunschkonzert“ bei dem es einen Teil der Programmgestaltung übernimmt.
Klangvoll unter freiem Himmel
Ein jährlicher Höhepunkt ist die Cottbuser Walzernacht. Weißgekleidet drehen sich Tanzbegeisterte zu den Klängen des Orchesters im Dreivierteltakt und der Altmarkt, das Herz der Stadt, verwandelt sich für eine Sommernacht in einen Ballsaal. Ein ganz besonderes Event, das auch immer mehr junge Leute anzieht und begeistert. Traditionell eröffnet das Orchester die Spielzeit mit einem Open-Air-Konzert im Fürst-Pückler-Park Branitz und bietet ein Hörerlebnis für Jung und Alt, das zum Zuhören, Verweilen und Genießen einlädt.
Mit seiner künstlerischen Haltung und seinem Mut zur Erneuerung steht das Orchester für eine Region im Wandel – es verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
