Paris
Photo Days
2. – 30.11.2026
Seit 2020 ist Photo Days ein jährlich stattfindendes Festival, das alle Veranstaltungen rund um die Fotografie zusammenführt, die jeden November in Paris und Umgebung stattfinden.
Als neuer „Monat der Fotografie“ bekannt, bietet Photo Days kostenlose, exklusive Besuche in Institutionen, Galerien und auf Kunstmessen sowie an ausgewählten, sorgfältig kuratierten privaten Orten – darunter Künstlerateliers, Labore und Wohnungen. So ermöglicht das Festival Sammlerinnen und Sammlern sowie Fachleuten ein umfassendes Eintauchen in die Welt der Fotografie – zu einer Zeit, in der sich Paris als internationale Hauptstadt der Fotografie präsentiert.
Jedes Jahr erteilt Photo Days einer Fotografin oder einem Fotografen eine Carteblanche, inspiriert von Balzac und präsentiert in der historischen Rotonde Balzac. Für die Ausgabe 2026 wird in Zusammenarbeit mit der Maison Balzac (Museum der Stadt Paris) und mit Unterstützung der Fondation des Artistes sowie des Château Jean-Faure(Saint-Émilion) das Projekt von Alexandra Catiere gezeigt, die aus dem diesjährigen Open Call als Gewinnerin hervorgegangen ist.
Der Lebensweg von Alexandra Catiere – von der ehemaligen Sowjetunion über die Vereinigten Staaten bis nach Frankreich – sprengt Grenzen und zeugt zugleich von ihrem Streben nach Universalität. Die Fotografin hat die Zeitlosigkeit zu einem prägenden Merkmal ihres Werks gemacht. Mit großer Virtuosität fängt sie Empfindungen und Atmosphären ein und lässt damit die humanistische Tradition der Fotografie neu aufleben. Alexandra Catiere gibt sich niemals allein mit dem Porträt oder der Reportage zufrieden. Vielmehr nutzt sie die Kamera, um ihre Empathie für die menschliche Natur und vor allem für das Leben selbst zum Ausdruck zu bringen.
Rhein-Main
Darmstadt, Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden
Tanzfestival Rhein-Main
30.10. – 15.11.2026
Unter dem Motto „A Body of Many – Moving Democracy“ laden das Künstler:innenhaus Mousonturm und das Hessische Staatsballett zur 11. Ausgabe des Tanzfestivals Rhein- Main ein. Vom 30. Oktober bis 15. November entfaltet das Festival mit Uraufführungen, gefeierten Gastspielen und starken regionalen Positionen in Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden ein Panorama tänzerischer Ausdrucksformen.
Mit rund 85 Veranstaltungen, darunter 26 Bühnenproduktionen sowie Filme, Workshops, Vermittlungsformate und Partys, verwandelt sich die Rhein-Main-Region an 17 Festivaltagen in eine große Bühne und präsentiert Tanz in seiner ganzen Bandbreite: vom großen Ensemblestück bis zum intimen Solo, von radikal zeitgenössischen Handschriften bis zu genreübergreifenden Experimenten.
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Tübingen
Lars Eidinger. Present Perfect
10.10.2026 – 28.02.2027
Seit über dreißig Jahren fängt der Schauspieler und Fotograf Lars Eidinger die Wirklichkeit zunächst mit der Kamera später mit seinem Smartphone ein. Die Fotografien und Videos von Lars Eidinger entstehen im Flow mit der Umgebung intuitiv. Sie geben die Welt so wieder wie sie ist und machen gleichzeitig auch Übersehenes, Unschönes und unfeine Spuren gelebten Lebens – kurz Unsichtbares sichtbar.
Mit einer freischwebenden Aufmerksamkeit fotografiert Eidinger bizarre und übersehene Routinen des Alltags: eine steinerne Skulptur ohne Hände am Wegesrand, geometrisch zugerichtete Bäume und Hecken oder Passanten im Doppelgänger- Look. Die scheinbar beiläufig eins zu eins von Eidinger eingefangenen Momentaufnahmen und Szenerien geben unmittelbar und unverfälscht nicht nur Auskunft über die conditio humana, sondern legen en passant Tiefenschichten der westlichen Wohlstandgesellschaft bloß, so dass existentielle Emotionen, Bedürfnisse und Rituale des Gegenwartsmenschen unverstellt zum Ausdruck kommen.
Unter dem Titel Present Perfect präsentiert die Kunsthalle in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler nicht nur die Fotografien und Videos von Lars Eidinger, sondern bringt ausgewählte Werkgruppen seiner visuellen Anthropologie in einen Dialog mit Werken anderer Künstlerinnen und Künstlern. So treffen in der thematisch strukturierten Präsentation erstmals Fotografien von Lars Eidinger auf ikonische Exponate aus der Sammlung der Kunsthalle Tübingen.
Kunsthalle Tübingen | www.kunsthalle-tuebingen.de

Lars Eidinger, Foto © Klara Leschanz
Berlin
Maurizio Cattelan. Night
Preis der Nationalgalerie 2026
10.09.2026 – 07.03.2026
Mit NIGHT präsentiert die Neue Nationalgalerie die erste große Einzelausstellung des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan in Deutschland. Die Ausstellung findet im Rahmen des Preis der Nationalgalerie 2026 statt, für den Maurizio Cattelan von einer internationalen Jury ausgewählt wurde. Sie vereint wichtige historische Werke Cattelans und neue Arbeiten in dem ikonischen Mies van der Rohe-Gebäude.
Seit den frühen 1990er-Jahren zählt Maurizio Cattelan (*1960 in Padua) zu den prägenden Stimmen der internationalen Gegenwartskunst. Seine Arbeiten greifen vertraute Bilder auf, die tief im kollektiven Gedächtnis verankert sind, und verschieben deren Bedeutung durch minimale, oft irritierende Eingriffe. Dabei widmet sich Cattelan Themen, die gesellschaftlich, historisch oder emotional besonders aufgeladen sind: Religion, Kindheit, Autorität und generationsübergreifende kollektive Traumata.
Mit einer Bildsprache, die zwischen Ironie, Provokation, Überzeichnung und formaler Reduktion oszilliert, hinterfragt er etablierte Narrative und eröffnet neue Perspektiven auf Erinnerung, Glauben und gesellschaftliche Machtstrukturen. Mit NIGHT kehrt Maurizio Cattelan nach Berlin zurück – zwanzig Jahre nachdem er die 4. Berlin Biennale mitkuratierte.
Die Ausstellung vereint Schlüsselwerke wie Him (2001), Novecento (1997), La Rivoluzione Siamo Noi (2000) und das von Günter Grass’ Die Blechtrommel inspirierte Untitled (2003) mit neuen Arbeiten. Gemeinsam verhandeln sie zentrale Motive in Cattelans Schaffen: die fragile Grenze zwischen Unschuld und Gewalt, die Konstruktion von Identität sowie die fortwährende Präsenz historischer Erinnerung.
Neue Nationalgalerie | www.smb.museum/museen-einrichtungen/neue-nationalgalerie/home/
Antwerpen (B)
THE ANTWERP SIX
bis 17.01.2027
In den vergangenen vierzig Jahren sind die Antwerp Six – Drik Bikkembergs, Ann Demeulemeester, Walter Van Beirendonck, Dries Van Noten, Dirk Van Saene und Marina Yee – zu einer festen Größe in der internationalen Modewelt und zu einem nahezu selbstverständlichen Maßstab für all das geworden, wofür Belgien in den vergangenen Jahrzehnten im Bereich der Mode stand. Die Ausstellung beleuchtet den einzigartigen Weg, der sie miteinander verbindet. Er begann mit ihrer Ausbildung an der Modeabteilung der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen und mündete in sechs einflussreiche Solokarrieren.
Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe und Interessen entwickelte sich Anfang der 1980er-Jahre allmählich eine Dynamik, in der Freundschaft, gemeinsame Ambitionen und ein außergewöhnlicher Zeitgeist sich gegenseitig verstärkten. Der wirtschaftliche Kontext war jedoch alles andere als rosig. In Belgien befand sich die Bekleidungs- und Textilindustrie in einer tiefen Krise, woraufhin die Regierung einen auf fünf Jahre angelegten „Textile Plan“ ins Leben rief. Unter anderem durch die gezielte Förderung junger Talente und eine groß angelegte Kommunikationskampagne wirkte dieser Plan als Katalysator für den internationalen Durchbruch der Six.
Kurz vor dem Beginn ihrer individuellen Karrieren beschlossen die Six, ihre Kräfte vorübergehend zu bündeln, um ihre Arbeiten international auf der British Designer Show in London zu präsentieren. Innerhalb von drei Jahren war die Gruppe zu einem Begriff geworden, der bis heute nachhallt – obwohl sie nie als Marke, Modehaus oder Kollektiv auftraten. Ihre anhaltende Bedeutung berührt Themen, die in der heutigen Mode aktueller denn je sind: künstlerische Autonomie, Talentförderung, kreative Ökosysteme und der Einfluss einer sich rasant verändernden Modeindustrie auf diese Bereiche.
Die Six verstanden Mode nicht bloß als trendgetriebenen Konsum, sondern als kulturelles Medium – als eine Möglichkeit, zu denken und den Geist einer Epoche zum Ausdruck zu bringen.
MoMu – Fashion Museum Antwerp | www.momu.be
Berlin
Klangwerkstatt Berlin
Festival für Neue Musik
06. – 15.11.2026
Seit Beginn an präsentiert die Klangwerkstatt Berlin jährlich an mehreren Tagen Konzerte, Performances und multimediale Formate. Über Genre- und Generationengrenzen hinweg finden hochkarätige und lebendige Aufführungen relevanter Musikströmungen statt. Das Festival initiiert und begleitet die Entwicklung neuer künstlerischer Formen und bietet Raum für die Diskussion musikästhetischer Positionen.
Eine Besonderheit dabei ist die in vielen Jahren gewachsene und heute auf diesem Festival selbstverständliche Art der Zusammenarbeit von professionellen Ensembles und Komponisten mit Kinder- und Jugendensembles. Auf gleicher Augenhöhe und auf höchstem Niveau ist sowohl die ideelle und praktische Vermittlung Neuer Musik im Kinder- und Jugendbereich als auch das zweckfreie, für sich stehende Musizieren wichtiger Werke und vielversprechender Experimente bei der Klangwerkstatt seit 1990 Normalität.
Ebenso sind die Erprobung neuer szenischer Präsentationsformen und Verbindung von elektronischen und traditionell akustischen Instrumenten wichtige Themenfelder des Festivals.
