Stuttgart
Gauthier Dance JUNIORS//Theaterhaus Stuttgart
Radical Classical
Choreographien von Aszure Barton, Mauro de Candia, Marie Chouinard, Eric Gauthier, Marco Goecke, Andreas Heise, Ohad Naharin
mit musikalischen Erklärfilmen mit Infos und Hintergründen zu jedem Musikstück
Welche Kunstform verbindet klassische Musik und Bewegung? Bei einer Blitzumfrage auf der Straße würden sicherlich fast alle mit „Ballett“ antworten. Doch wie faszinierend die Kombination von zeitgenössischem Tanz und Klassik sein kann, zeigt Radical Classical. Auf dem Programm stehen sieben moderne „Klassiker“ berühmter Choreograph:innen. Die Gauthier Dance JUNIORS beweisen in diesem technisch wie darstellerisch ausgesprochen anspruchsvollen Programm, dass Klassik radikal, überraschend und unglaublich lebendig sein kann.
Zwischen den Tanzstücken öffnen kurze, eigens produzierte Filme kleine Türen in die Welt der klassischen Musik. Sieben sehr persönliche Portraits mit unterschiedlichen Expert:innen ihres Fachs beleuchten jedes Musikstück des Abends aus einem anderen Winkel und eröffnen ungewöhnliche und spannende Einblicke: mal in die Welt der Instrumente, mal in die Köpfe der Komponist:innen, mal in die Arbeit der Musiker:innen. Gemeinsam mit dem Autor und Regisseur Thomas Geiger entstand so eine Reihe an filmischen Miniaturen, die die Musik nicht erklären - sondern fühlbar machen. Der Fokus, der zusammen mit Eric Gauthier entwickelten Filme liegt hier teils auf den Instrumenten, teils auf den Komponisten, teils auf den ausführenden Künstler:innen. Und obwohl diese kurzen Dokus für das ganze Publikum interessant sein dürften, hatte Eric Gauthier bei der Planung dieses Programms vor allem eine spezielle Zielgruppe im Blick: Jugendliche, die normalerweise wenig mit klassischer Musik in Berührung kommen. Die Zeichen stehen gut, dass Radical Classical sie nicht nur informiert, sondern begeistert. Schließlich sind die Gauthier Dance JUNIORS nicht nur die ultimativen Sympathieträger*innen. In diesem darstellerisch wie technisch ausgesprochen anspruchsvollen Programm treten sie den Beweis an, wie radikal Klassik sein kann.
Termine
Premiere am Freitag, 23. Januar 2026/ Samstag, 24. Januar 2026 – jeweils um 20:15 Uhr / Sonntag, 25. Januar 2026 um 19:15 Uhr / Mittwoch, 28. Januar 2026 / Donnerstag, 29. Januar 2026 / Freitag, 30. Januar 2026 / Samstag, 31. Januar 2026 – jeweils um 20:15 Uhr
Bregenz (A)
Bregenzer Frühling
März – Juni 2026
Keep Dreaming, Baby – der Bregenzer Frühling 2026 lädt dazu ein, das Träumen als Haltung zu verstehen: als Antrieb, die Gegenwart neu zu denken. Seit fast vier Jahrzehnten steht das Festival für höchste Qualität, für künstlerische Handschriften von Weltrang und für eine Offenheit, die Bregenz zu einem unverwechselbaren Ort zeit- genössischer Tanzkunst machen. Wir sind stolz, in diesem Jahr vier außergewöhnliche Werke, das aktionstheater ensemble sowie eine Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz zu präsentieren.
Marie Chouinard eröffnet mit MAGNIFICAT und The Rite of Spring – zwischen barocker Erhebung und archaischem Aufbruch. Hofesh Shechter führt in Theatre of Dreams in die Grenzräume des Unbe- wussten, wo Bewegung zum Spiegel innerer Zustände wird. NDT 2 bringt mit SAABA von Sharon Eyal & Gai Behar eine pulsierende Studie über Körper, Nähe und Ekstase, während Marcos Morau in Folkå Rituale zu lebendigen Bildern von Gemeinschaft und Erinnerung formt. Das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan verwandelt mit Sounding Light Stille in Licht und Atem. Das aktionstheater ensemble schließt mit HUMAN – Ich bin Mensch den Bogen zur Gegenwart.
Stuttgart
Aszure Barton wird ab der Spielzeit 2025/26 Artist in Residence bei Gauthier Dance
Die renommierte Choreographin Aszure Barton wird ab der Saison 2025/26 Artist in Residence von Gauthier Dance. In dem illustren choreographischen Quartett Marco Goecke (2019 bis zum Ende der Saison 2022/23), Hofesh Shechter (seit Sommer 2021) und Barak Marshall (seit der Saison 2024/25) übernimmt mit Aszure Barton erstmals eine Frau diese Position. Mit der Berufung schließt sich ein Kreis für den Künstlerischen Leiter Eric Gauthier und Barton, die sich länger als ein halbes Leben kennen, von ihrer gemeinsamen Zeit an Canada's Ballet School. Schon als Teenagerin war Barton dort an der Entwicklung eines bis heute existierenden Workshop-Formats für Choreographie beteiligt und legte den Grundstein für ihre steile Karriere. Über ein Austauschprogramm besuchte Barton außerdem eine Zeitlang die John Cranko Schule – ein besonders schöner Aspekt ihrer Rückkehr in diese Stadt.
Die Kollaboration mit Gauthier Dance schließt an ihre frühere Arbeit bei The Seven Sins von 2022 an. Bartons Interpretation der Faulheit, human undoing, brachte ihr im Jahrbuch 2022 der Fachzeitschrift tanz eine Nominierung in der Kategorie ‚Interessanteste*r Choreograph*in‘ ein. Die Begründung des Kritikers: Barton „macht auch die Todsünde ‚Faulheit‘ als körperlichen Überdruss zu einem empathisch durchgeformten Ereignis.“
Dazu Aszure Barton: „Erics Einladung, Teil seines Teams zu werden, bedeutet mir viel. Es hat etwas wirklich Schönes, wie sich das alles entwickelt, und es ist echt cool, nach Stuttgart zurückzukehren, wo ich auch einen Teil meiner Ausbildung erhalten habe. Die Tänzer*innen bei Gauthier Dance sind ungemein talentiert, unprätentiös und der Schlüssel zum Erfolg der Company. Was Eric aufgebaut hat, ist bemerkenswert – dieser ambitionierte, positive Geist schafft optimale Voraussetzungen für die Arbeit. Diese Kollaboration drückt aus, was ich für essenziell erachte: Institutionen arbeiten zusammen, damit unsere Tanzgemeinschaft fortbesteht und sich entfalten kann. Ich bin gespannt darauf, was wir zusammen entdecken werden.“
In der Spielzeit 2025/26 steuert Barton den Pas de deux aus Lascilo Perdere (A Journey of Letting Go) für das JUNIORS-Programm Radical Classical bei sowie eine größere Neukreation, Luck für den Doppelabend Luck / Unluck im Tandem mit ihrem Kollegen Hofesh Shechter.
