Lars Eidinger, Tokyo, 2023 © Courtesy Ruttkowski;68, Köln, Düsseldorf, Paris, New York

Tübingen

Lars Eidinger. Present Perfect
10.10.2026 – 28.02.2027


Seit über dreißig Jahren fängt der Schauspieler und Fotograf Lars Eidinger die Wirklichkeit zunächst mit der Kamera später mit seinem Smartphone ein. Die Fotografien und Videos von Lars Eidinger entstehen im Flow mit der Umgebung intuitiv. Sie geben die Welt so wieder wie sie ist und machen gleichzeitig auch Übersehenes, Unschönes und unfeine Spuren gelebten Lebens – kurz Unsichtbares sichtbar.

Mit einer freischwebenden Aufmerksamkeit fotografiert Eidinger bizarre und übersehene Routinen des Alltags: eine steinerne Skulptur ohne Hände am Wegesrand, geometrisch zugerichtete Bäume und Hecken oder Passanten im Doppelgänger- Look. Die scheinbar beiläufig eins zu eins von Eidinger eingefangenen Momentaufnahmen und Szenerien geben unmittelbar und unverfälscht nicht nur Auskunft über die conditio humana, sondern legen en passant Tiefenschichten der westlichen Wohlstandgesellschaft bloß, so dass existentielle Emotionen, Bedürfnisse und Rituale des Gegenwartsmenschen unverstellt zum Ausdruck kommen.

Unter dem Titel Present Perfect präsentiert die Kunsthalle in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler nicht nur die Fotografien und Videos von Lars Eidinger, sondern bringt ausgewählte Werkgruppen seiner visuellen Anthropologie in einen Dialog mit Werken anderer Künstlerinnen und Künstlern. So treffen in der thematisch strukturierten Präsentation erstmals Fotografien von Lars Eidinger auf ikonische Exponate aus der Sammlung der Kunsthalle Tübingen.

Kunsthalle Tübingen | www.kunsthalle-tuebingen.de


Lars Eidinger, Foto © Klara Leschanz

Barbara Kruger, Untitled (Remember me), 1988/2020, single-channel video on LED panel, sound, 23 sec., 350.1 × 250.1 cm. Courtesy de l’artiste et de Sprüth Magers. Pinault Collection

Paris (F)

"Remember Me. Masterpieces of Photography from the Collection Pinault"
ab 07.10.2026


Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Fotografie veranstaltet die Pinault Collection eine große Gruppenausstellung in der Bourse de Commerce. Die Ausstellung, die am 7. Oktober 2026 eröffnet wird, zeigt rund 700 Werke von mehr als 70 Künstler:innen. Kuratiert von Matthieu Humery, Berater für Fotografie der Pinault Collection, in Zusammenarbeit mit Lola Regard, Projektbeauftragte, hat „Remember Me“ ihren Namen von einem Originalwerk von Barbara Kruger, das in der Rotunde des Museums zu sehen sein wird. Die in dieser Ausstellung gezeigten Meisterwerke und Ikonen aus der Pinault-Sammlung sind eine Hommage an das Medium der Fotografie und zeichnen die gesamte Geschichte dieser Kunstform nach, von ihren frühesten Anfängen bis hin zu ihren zeitgenössischsten Ausdrucksformen. Inspiriert vom Buch „100 Meisterwerke der Fotografie. Pinault Collection“ ist die Ausstellung wie eine Fuge. Als frei strukturierte Reise ohne chronologische Reihenfolge konzipiert, bringt sie unerwartete Verbindungen und Dialoge zwischen Genres und Epochen zum Vorschein und bietet den Besuchern ein offenes, sinnliches Erlebnis der Geschichte der Fotografie.

Bourse de Commerce | Pinault Collection | www.pinaultcollection.com/en/boursedecommerce.

Helmut Newton, Elsa Peretti as a Bunny, New York 1975, © Helmut Newton Foundation

Berlin_Newton

Helmut Newton‘s Early Books
03.12.2026 – 16.05.2027


Am 2. Dezember 2026 eröffnet die Berliner Newton Foundation eine neue Ausstellung, die den drei frühen ikonischen Publikationen von Helmut Newton gewidmet ist. Hinter jedem Fotobuch steht ein völlig individuelles Konzept unterschiedlichen Umfangs, das Newton seinerzeit selbst präzise vorbereitet hatte. Zusammengenommen bilden die mehr als 200 Fotografien eine Art ‚Best-of‘ seines fotografischen Werkes aus den 1970er- und frühen 1980er-Jahren.

Helmut Newton gehört zu den einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Er inszenierte seine Bilder bekanntlich sehr lasziv und provokant, mitunter jenseits der Grenzen der gängigen gesellschaftlichen Moralvorstellungen. Seine außergewöhnlich innovativen Aufnahmen, die zumeist im Auftrag der renommiertesten Magazine entstanden, wurden seit den 1950er-Jahren regelmäßig veröffentlicht. 1975 stellte er sie erstmals auch in Galerien aus, und ein Jahr später entstand sein erster Bildband „White Women“ beziehungsweise „Femmes Secrètes“, der sich damals sehr gut verkaufte, im gleichen Jahr mit dem Kodak Fotobuchpreis ausgezeichnet wurde – jedoch von Anfang an auch umstritten war. 1978 folgte „Sleepless Nights“ beziehungsweise „Nuits Blanches“, weitere drei Jahre später „Big Nudes“ beziehungsweise „47 Nudes“. Die Titel verweisen auf die unterschiedlichen Verlage und Sprachen der Bücher; ihr Inhalt blieb nahezu unverändert. Inzwischen sind diese so berühmten wie berüchtigten Publikationen, die Newtons Weltruhm auch unabhängig seiner unzähligen Zeitschriftenveröffentlichungen begründeten, absolute Fotobuch-Klassiker.

Die Newton Foundation nimmt das 50-jährige Jubiläum des Buches „Femmes Secrètes“ zum Anlass, erneut eine Ausstellung mit zahlreichen Aufnahmen aus den drei Büchern zu bestücken. Auch die neue Präsentation basiert auf der 2012 für das Museum of Fine Arts in Houston erdachten Ausstellung; die in den Büchern publizierten Fotografien verwandelten sich damals in moderne Ausstellungsprints.

Helmut Newton Foundation | www.newton-foundation.org

Herlinde Koelbl, Fadenkreuze für das Leben, 2025,@ Herlinde Koelbl

Bonn

Herlinde Koelbl
Fadenkreuze für das Leben
08.11.2026 – 16.05.2027


Das Kunstmuseum Bonn präsentiert erstmals die neueste Werkserie der international renommierten Fotografin und Dokumentarfilmerin Herlinde Koelbl. Die Ausstellung versammelt Porträts und Interviews von 40 an Krebs erkrankten Menschen und widmet sich einer der häufigsten Erkrankungen unserer Zeit. Mit ihrem neuen Projekt bricht Koelbl gesellschaftliche Tabus und eröffnet einen eindringlichen künstlerischen Blick auf Krankheit, Verletzlichkeit und Hoffnung.

Ausgangspunkt der Arbeit ist ihre eigene Krebserkrankung in den Jahren 2019/20. Während ihrer Behandlung beschäftigten sie insbesondere die Markierungen der Strahlentherapie – sogenannte Radiotherapie-Fadenkreuze, die der präzisen Ausrichtung der Bestrahlung dienen. Die Künstlerin erkannte darin eine überraschende Verbindung zu ihrem früheren Projekt Targets, für das sie Schießziele und Fadenkreuze beim Militär fotografiert hatte: Dort stehen sie für das Töten, in der Krebstherapie für das Überleben.

Für das Projekt sprach Koelbl mit Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft über ihre Erfahrungen mit der Krankheit. Die daraus entstandenen Gesprächsaufzeichnungen sowie die eindrucksvollen Porträts machen persönliche Geschichten von Angst, Hoffnung, Verlust und neuer Zuversicht sichtbar. So entsteht ein bewegendes Panorama menschlicher Verletzlichkeit und Stärke – und ein Plädoyer für einen offeneren gesellschaftlichen Umgang mit Krebs.

Kunstmuseum Bonn | www.kunstmuseum-bonn.de

Ausstellungsplakat

Zürich (CH)

Bilder schaffen Wirklichkeit!
Ein fotografisches Projekt über Migration, Bilder und Wahrnehmung
01. – 25.10.2026
 


Vom 1. bis 25. Oktober 2026 bringt die Photobastei «Bitter Oranges» von Gilles Reckinger und «Spuren der Flucht» von Klaus Petrus zusammen. Die dokumentarischen Langzeitprojekte handeln von Migration – und davon, wie Bilder Wirklichkeit nicht nur abbilden, sondern mitformen.

Migration gehört zu den prägendsten Themen unserer Zeit. Gleichzeitig wird kaum ein gesellschaftliches Phänomen so stark durch Bilder vermittelt. Fotografien von überfüllten Booten, Grenzzäunen oder Flüchtlingslagern prägen unsere Vorstellung davon, was Migration bedeutet. Sie beeinflussen, welche Geschichten erzählt werden, welche Menschen sichtbar werden – und welche unsichtbar bleiben.
Mit dem Projekt «Bilder schaffen Wirklichkeit!» möchte die Photobastei den Blick auf Migration erweitern. Im Zentrum steht nicht die politische Debatte, sondern die Frage, wie fotografische Bilder entstehen und wie sie unsere Wahrnehmung prägen.

Zwei dokumentarische Ausstellungen nähern sich diesem Thema auf unterschiedliche Weise. Während
«Bitter von Gilles Reckinger afrikanischen Erntearbeitern in Kalabrien die Kamera selbst überlässt und damit neue Perspektiven eröffnet, begleitet «Spuren der Flucht» von Klaus Petrus seit sieben Jahren Menschen entlang der Balkanroute. Beide Projekte verzichten auf stereotype Darstellungen und rücken die Menschen hinter den Bildern in den Mittelpunkt. Gemeinsam eröffnen sie einen Raum für einen differenzierten Blick auf Migration, Würde und gesellschaftliche Teilhabe.

Photobastei | portal.photobastei.ch/homepage

Tony Rizzi, Grandma Caruso with the Glasses, 1992 © Tony Rizzi, 2026

Frankfurt

Tony Rizzi
Work Hard, Don’t Lie
And Try Not To Hurt Anybody
19.09.2026 – 17.01.2027


»Nun beginnt mein Leben in Frankfurt. Ich mag es hier sehr und es fühlt sich so an, als ob ich hier hingehöre. Ich habe das Gefühl, dass ständig eine beschützende Präsenz an meiner Seite ist ... Seltsam ... Arbeite hart, lüge nicht und versuche, niemanden zu verletzen.« Tony Rizzi, 7. September 1985  Dieses Zitat rahmt die bislang umfangreichste Ausstellung des renommierten US- amerikanischen Tänzers, Choreografen und Fotokünstlers Tony Rizzi (*1965).  Erstmals ermöglicht die Schau einen tiefen Einblick in Rizzis intuitive fotografische Praxis. Von seinen frühen Schwarz-Weiß-Fotografien, über die charakteristischen Polaroids und Fotocollagen bis hin zu den aktuellen Videoarbeiten veranschaulichen die Werke seine künstlerische Vielseitigkeit. In seinen Fotografien von Menschen, Performances, Liebesbeziehungen, Familie und queeren Communities zeigt sich Rizzis Leidenschaft, ganz im Moment zu sein.

Fotografie Forum Frankfurt | www.fffrankfurt.org

Wi pikin, wi tamara - Dag Nederland, 2026 © Marwan Magroun

Rotterdam (NL)

Dag Nederland
11.12.2026 – 11.04.2027

 

Vom 11. Dezember 2026 bis zum 11. April 2027 präsentiert das Nederlands Fotomuseum „Dag Nederland“, eine Ausstellung mit Arbeiten des Fotografen und Filmemachers Marwan Magroun. Die Ausstellung verbindet bereits bestehende Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensperioden mit neuen Fotografien, die Magroun eigens für „Dag Nederland“ aufgenommen hat.

In seinen Fotografien und Filmen setzt sich Magroun mit der Frage auseinander, was es bedeutet, Niederländer*in zu sein, wer darüber entscheidet, wer als niederländisch angesehen wird und wer sich selbst als niederländisch bezeichnen darf. Ausgehend von Themen wie Intimität, Familie, Identität und Repräsentation zeichnet seine Arbeit ein Bild der Niederlande im Wandel. In seiner neuesten Serie zeigt Magroun, wie „Niederländischsein“ ständig neu geprägt, eingefordert und definiert wird. Der Titel „Dag Nederland“ ist bewusst mehrdeutig gewählt. Das niederländische Wort „Dag“ kann sowohl als Begrüßung als auch als Abschied verwendet werden. Diese Mehrdeutigkeit knüpft an die Fragen an, die Magroun in der Ausstellung über das Niederländischsein und das Selbstbild der Nation aufwirft. Er untersucht, wer das Recht und die gesellschaftliche Stellung besitzt, die Niederlande darzustellen, und wer in der Lage ist und die Erlaubnis erhält, Teil dieses Bildes zu werden.

„Dag Nederland entstand aus einer Frage, die ich mir immer wieder gestellt habe: ‚Mit welchem Bild der Niederlande identifiziere ich mich?‘ Ich bin in diesem Land aufgewachsen und fühle mich hier zu Hause, gleichzeitig habe ich mich in dem Bild, das andere vermittelt haben, nicht immer wiedererkannt. Diese Ausstellung ist nicht nur ein Versuch, dieses Bild infrage zu stellen, sondern auch, darin Raum für mich zu beanspruchen. Deshalb ist ‚Dag‘ sowohl eine Begrüßung als auch ein Abschied. Nicht von den Niederlanden, sondern von einer festgelegten Vorstellung davon, wie die Niederlande sein sollten.“

Nederlands Fotomuseum | www.nederlandsfotomuseum.nl/en/

Werner Mahler, Château de Brissac, Loiretal, 2001, Frankreich

Berlin

Animals
Gruppenausstellung
15.09. – 14.11.2026


Die Gruppenausstellung „Animals“ präsentiert fotografische Arbeiten von Edward Burtynsky, Maria Jauregui Ponte, Ute Mahler, Werner Mahler, Loredana Nemes, Arnold Odermatt, Aitor Ortiz und Stefanie Seufert sowie den Gastkünstler:innen Ursula Böhmer und Mirjana Vrbaški. Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke aus einer Privatsammlung.

Die Ausstellung verfolgt nicht das Ziel, die Tierwelt dokumentarisch abzubilden, sondern richtet den Blick auf das künstlerische Sehen selbst: Was bewegt die jeweilige Fotografin oder den jeweiligen Fotografen dazu, ein bestimmtes Motiv auszuwählen, und wie nimmt das Bild im kreativen Prozess Gestalt an? Viele der Arbeiten sind von einer bemerkenswerten Intimität und Vertrautheit in der Beziehung zwischen den Bildschaffenden und den dargestellten Tieren geprägt. So lassen sich etwa die Arbeiten von Ursula Böhmer, Stefanie Seufert, Maria Jauregui Ponte und Mirjana Vrbaški als Porträts lesen, die eine tiefe emotionale Verbundenheit zum Ausdruck bringen.

Diese unmittelbare Wirkung beruht nicht allein auf einer romantisch verklärten Sehnsucht nach der Natur, sondern auch auf der Fragilität und Verletzlichkeit unserer Welt, die in den Fotografien zum Ausdruck kommt und dringliche Fragen aufwirft — darunter auch die ethischen Aspekte der Tierhaltung. Besonders deutlich wird dies in Ursula Böhmers Serie »All Ladies«, für die die Künstlerin durch Europa reiste und Kühe auf Weiden fotografierte. Mirjana Vrbaškis Vogelporträts, die in zoologischen Gärten entstanden sind, verleihen ihren Motiven eine überraschende Würde und eine ausgeprägte Charakterstärke.

Galerie Springer, Fasanenstraße 13 · 10623 Berlin | www.galeriespringer.de

August Sander: Zauberer, 1930, © Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn

Köln

August Sander - zum 150. Geburtstag
Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn
11.9.2026 – 24.01.2027


Zum 150. Geburtstag August Sanders (1876–1964) zeigt die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn eine umfassende Werkschau. Seit 1992 beherbergt die Stiftung das August Sander Archiv mit dem weltweit größten Bestand des Photographen. Fast alle Exponate stammen aus der eigenen Sammlung und umfassen neben bekannten Motiven auch bislang wenig gezeigte Aufnahmen, darunter frühe Arbeiten aus Linz und Auftragsarbeiten aus dem Westerwald, die Sanders Werkentwicklung nachvollziehbar machen.

Ein Schwerpunkt liegt auf Köln, wo Sander mehr als 30 Jahre lebte und arbeitete. Die Stadt mit ihrer historischen Architektur und kulturellen Vielfalt, etwa dem rheinischen Karneval oder der Kölner Gruppe progressiver Künstler, bot ihm künstlerische wie wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten. Wie das Wohn- und Arbeitsumfeld der Familie aussah, zeigt die zwischen 1930 und 1942/43 entstandene Bildgruppe „Lichtbildwerkstatt August Sander, Köln-Lindenthal“, erstmals in diesem Umfang präsentiert. Begleitend erscheint bei Schirmer/Mosel eine Publikation, die dieses Konvolut mit sechs Radiovorträgen zusammenführt, die Sander 1931 im Auftrag des WDR verfasst und gesendet hat. Diese sind im Ausstellungsraum in neu eingesprochener Fassung zu hören.

Die Photographische Sammlung/ Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn
www.photographie-stiftungkultur.de

Concerto for TV Cello von Nam June Paik,, performt von Charlotte Moorman , Foto: Hanns Sohm, 06.7.1974  © Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Sohm, erworben 1981 mit Lotto-Mitteln

Stuttgart

BÄNG! RADIKALE KÜNSTLERINNEN
AUS DEM ARCHIV SOHM
10.10.2026 – 31.01.2027

Die Fotoausstellung »BÄNG! Radikale Künstlerinnen aus dem Archiv Sohm« folgt dem flüchtigen Moment: Über 100 historische Schwarz-Weiß-Fotografien halten seltene Augenblicke von Performance, Happening und Fluxus fest. Es sind lustvolle Statements künstlerischer Freiheit und Selbstermächtigung, die in die Protestkultur der 1960er- und 1970er-Jahre eingewoben und stark mit dem Leben der ausgestellten Künstlerinnen verknüpft sind.

Fünf Künstlerinnen stehen im Mittelpunkt: Yoko Ono (geb. 1933), Yvonne Rainer (geb. 1934), VALIE EXPORT (1940–2026), Carolee Schneemann (1939–2019) und Charlotte Moorman (1933–1991). Was das Schaffen dieser Frauen so einzigartig macht, ist ihr radikaler Zugang zur Kunst. Zu sehen sind exzentrische Aktionen, legendäre Performances und Choreografien der 1960er- bis 1970er-Jahre. Anhand etlicher Schwarz-Weiß-Fotografien geht die Ausstellung gezielt der Frage nach, in welcher Verbindung die Performancekunst zur Fotografie steht. Welche Fotos gelangen an die Öffentlichkeit? Welche Fotografien gehen in Privatsammlungen über, wie jene des ehemals in Münchingen und Markgröningen bei Stuttgart beheimateten Zahnarztes Hanns Sohm (1921–1999)?

Staatsgalerie Stuttgart, »THE GÄLLERY« | www.staatsgalerie.de

I Love You, Nach der Strahlentherapie auf der Wiese vor der Uniklinik Heidelberg. Heidelberg, Germany, 2025. © Nora Handsley & Mats Hoff

München

BLANK ART FOUNDATION Photo Award 2026
Ausstellung der Preisträger:innen
20.10. – 20.11.2026

Der BLANK ART FOUNDATION Photo Award 2026 widmet sich dem Thema Menschlichkeit – einem zentralen Anliegen der Stiftung. Mit dem Wettbewerb entsteht in München ein neues internationales Forum für junge Talente der Fotografie. Nachwuchstalente zwischen 20 und 35 Jahren wurden international eingeladen, sich mit ihren fotografischen Arbeiten auf eigene Weise mit gesellschaftlichen, sozialen, ökonomischen und persönlichen Fragen auseinanderzusetzen.

Der Wettbewerb ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Darüber hinaus übernimmt die BLANK ART FOUNDATION die Produktion der ausgestellten Arbeiten sowie die Veröffentlichung einer begleitenden Publikation. Die drei Hauptpreisträgerinnen und Hauptpreisträger werden zudem in eine Shortlist für das geplante Artist-in-Residence- Programm und das zukünftige College der BLANK ART FOUNDATION aufgenommen.

Über die Vergabe der ersten drei Preise und die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Ausstellung entschied eine international besetzte Jury unter dem Vorsitz des Fotografiehistorikers und Publizisten Hans-Michael Koetzle, Träger des Kulturpreises der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Der Jury gehörten mit Uwe Göbel (Deutschland), Lars Lindemann (Deutschland), Alessandra Mauro (Italien) und Dagmar Zacher (Deutschland) international renommierte Expertinnen und Experten der Fotografie an.

Die Preisträger
Den ersten Preis erhielten Mats Hoff und Nora Handsley (Hamburg) für ihr eindrucksvolles visuelles Tagebuch „I Love You“. Ein Langzeitporträt, das den Weg vom Verlieben bis zum Leben mit Noras bösartigem Hirntumor dokumentiert Der zweite Preis ging an C. Rose Smith (Memphis, Tennessee, USA) für die Arbeit „Scenes of Self: Redressing Patriarchy“. Die fortlaufende fotografische Serie reflektiert Identität, koloniale Vergangenheit und die Politik visueller Repräsentation. Mit dem dritten Preis wurde Ludwig (Ludwig Dressler, München) für seine Serie „pinch“ ausgezeichnet. Die Arbeit zeigt leicht variierte, durch Glas fotografierte Aufnahmen einer Hand, die die standardisierte „Pinch“-Geste (Zwei-Finger-Zoom) auf einem Smartphone ausführt.

Galerie der Künstler:innen | www.bbk-muc-obb.de
www.ilseblank-stiftung.de

CARLSWERK PROTOTYPE / KÖLN / 2014 / FOTO: DIETER RÖSELER

Köln

PHOTO BOOK MUSEUM

The PhotoBookMuseum wurde 2014 in Köln von Markus Schaden und Frederic Lezmi gegründet. Als gemeinnützige Organisation fördert es das Fotobuch als eine der zentralen Ausdrucksformen der Fotografie. Das Museum dient als Plattform für Sammlungen, Ausstellungen und Events und ist der Erforschung und Vermittlung zeitgenössischer Fotobuchkultur gewidmet. Als Museum des 21. Jahrhunderts versteht es sich als lebendiger, sozialer Ort, der einem breiten Publikum offensteht.

Bisher ohne festes Haus als mobiles Museum aktiv nutzt es innovative mobile Vermittlungs- und Ausstellungsstrategien und lädt fernab des musealen Mainstreams international zur Partizipation ein. Das PhotoBookMuseum ist bisher weltweit das einzige Museum, das sich ausschließlich dem Medium Fotobuch widmet. Ein fester Standort in Köln, an dem es mit seinen nationalen und internationalen Sammlungsbeständen langfristig arbeiten, ausstellen und vermitteln kann, ist geplant und in Aussicht.

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Linz (A)

Francisco Carolinum Linz
Ein Haus für Fotografie und Medienkunst

Mit dem Francisco Carolinum (FC) verfügt Linz über ein Haus, das sich konsequent der Fotografie und Medienkunst widmet. Als Institution des Landes Oberösterreich steht es für einen differenzierten, zeitgenössischen Umgang mit Bildmedien, mit einem besonderen Fokus auf feministische Perspektiven und die Entwicklung neuer medialer Aus- drucksformen. Das DFC (Digitales Francisco Carolinum) erweitert diesen Anspruch bis in den virtuellen Raumes gibt das Museum auch im Metaverse von Cryptovoxels.

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