Alessandra Dragoni, Terrace, Ravenna, 2019 © Alessandra Dragoni

Sindelfingen

NO PLACE LIKE HOME
Italienische Fotografie seit den 1980er Jahren
1.2. – 26.7.2026

Erstmals in Deutschland erkunden vier Institutionen mit der Ausstellung No Place like Home gemeinsam die Einflüsse italienischer Fotografie seit den 1980er Jahren auf die Entwicklung der europäischen Fotogeschichte. Gezeigt werden rund 300 Arbeiten von 42 Fotograf:innen, die sich einerseits aus der Arte Povera und dem Neorealismus und andererseits im Kontext der amerikanischen New Color Bewegung und der deutschen Fotografie – wie sie von Otto Steinert an der Folkwangschule in Essen und Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtet wurde – herausgebildet haben.

No Place like Home präsentiert in einer ersten großen Überblicksausstellung die Entwicklung des Mediums Fotografie seit den 1980er Jahren in Italien und zeigt, wie das aus dem Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit hervorgegangene Land eine eigene fotografische Repräsentation gefunden hat. In dieser Vielschichtigkeit weist die italienische Fotografie eindeutige Parallelen zur Entwicklung der Fotografie seit den 1980er Jahren in Europa auf und darf sich selbstbewusst in das Panorama der Fotografie als autonome Kunstform einordnen. In der Poesie des Alltags erfassen die teilnehmenden Künstler:innen soziale wie gesellschaftliche Verflechtungen, entlarven und reflektieren die imperiale Vergangenheit ihres Heimatlandes und hinterfragen kritisch das Medium der Fotografie: mal traditionell, mal konzeptionell, immer berührend und fernab der Klischees von „Dolce Vita“ und „Bella Italia“.

Eine Ausstellung des IKS Photo Düsseldorf, der Kunsthalle Darmstadt, des SCHAUWERK Sindelfingen und der Draiflessen Collection Mettingen. Die Ausstellung wird von Ralph Goertz, Leiter des IKS Photo Düsseldorf, kuratiert.

Schauwerk Sindelfingen | www.schauwerk-sindelfingen.de

Aperture PhotoBook Awards und Fotobuchmarkt, 2025 © Calin Kruse

Leipzig

5. Leipzig Photobook Festival – “Power / Fragility” Laufzeit:
7. – 8. 3.2026

Am 7. März 2026 eröffnet die fünfte Ausgabe des Leipzig Photobook Festival. Die diesjährige Ausgabe widmet sich dem Thema „Power / Fragility“.

”Power” als politische Kraft, die Gesellschaften prägt, als ökonomische Dynamik, die Ungleichheiten vertieft, und als soziale Energie, die Gemeinschaften trägt. Macht kann physisch sein – sichtbar in Körpern, Architektur oder Naturgewalten – ebenso wie subtil und unsichtbar in Strukturen, Symbolen und Blicken. Sie zeigt sich in Widerstand und Emanzipation, in Technologiekontrolle oder in der Selbstermächtigung des Individuums. Dabei wird auch deutlich, wie toxisch Macht wirken kann, wenn sie zur Unterdrückung oder Manipulation missbraucht wird.

„Fragility“ erscheint dabei nicht bloß als Schwäche, sondern auch als Ausgangspunkt für Transformation. Aufbauend auf dem Konzept der Antifragilität (Nassim Nicholas Taleb) begreifen wir Instabilität und Störung als produktive Kräfte: Was zerbricht, eröffnet neue Perspektiven; was ins Wanken gerät, kann zu unerwarteter Erneuerung führen. Zwischen fragil, robust und antifragil entfaltet sich ein Spannungsfeld, in dem das Fotografische selbst auf dem Prüfstand steht.

Unter der Leitung und künstlerischen Konzeption von Calin Kruse und künstlerischer Co-Konzeption von Jenny Starick finden im Rahmen des Festivals zahlreiche Podiumsdiskussionen, Präsentationen, Gespräche, Fotobuch- und Fotoausstellungen, Filmvorführungen, Portfolio-Reviews, Projektionen, Workshops etc. statt.

HALLE 14 - Zentrum für zeitgenössische Kunst in der Leipziger Baumwollspinnerei
www.dienacht.eu/leipzig-photobook-festival


Portfolio Reviews, 2025 © Calin Kruse

Omar Vicor & Lee Shulman, 2023, 47, Aus der Serie: The Anonymous Project presents Being There, Pigmentdruck, 30 × 43 cm, Deutsche Börse Photography Foundation, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Courtesy MAGNIN-A Gallery, Paris

Düsseldorf

Community
Fotografie und Gesellschaft
11.2. – 25.5.2026

Der Fußballfanclub, die Familie, das politische Kollektiv – Menschen streben nach Zugehörigkeit. Seit der Erfindung der Fotografie hält das Medium Zugehörigkeit nicht nur fest, sondern kann sie ebenso befeuern oder infrage stellen. Fotografie macht es möglich zu demonstrieren, dass man Teil von etwas Größerem ist. Ebenso kann sie sich in den Dienst der Grenzziehung zu jenen stellen, die nicht Teil der eigenen Community sind.

Die Ausstellung, die vom 10. Februar bis 25. Mai 2026 im Kunstpalast zu sehen sein wird, beleuchtet das facettenreiche Verhältnis von Fotografie und Gemeinschaft in Geschichte und Gegenwart. Sie versammelt angewandte wie künstlerische Positionen, die diesem Verhältnis nachgehen – sei es mit subtilem Witz, in eindrücklicher Solidarität, oder mit dem Ziel einer präzisen Analyse.

Die Ausstellung wird aus der fotografischen Sammlung des Kunstpalastes heraus entwickelt und durch internationale Leihgaben ergänzt. Besuchende werden aktiv in die Ausstellung einbezogen und können sich mit ihren eigenen Gemeinschaftsbildern einbringen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit Beiträgen aus der kunstwissenschaftlichen, soziologischen und historischen Forschung zum Thema.

Kunstpalast | www.kunstpalast.de

Erwin Olaf, Self-Portrait Andy Warhol, Self-Portrait, No. 4 - 48 Years Old, 2007 © Estate Erwin Olaf, courtesy Gallery Ron Mandos Amsterdam

Amsterdam (NL)

Erwin Olaf - Freedom
11.10.2025 - 1.3.2026

Vom 11. Oktober 2025 bis zum 1. März 2026 präsentiert das Stedelijk Museum Amsterdam „Erwin Olaf – Freedom“,  die erste Museumsretrospektive seit dem unerwarteten Tod des Künstlers vor zwei Jahren. Die Ausstellung würdigt den vielseitigen und facettenreichen Künstler und beleuchtet seinen gesamten Schaffensprozess. Neben ikonischen Kunstwerken und Serien von Erwin Olaf zeigt die Präsentation auch weniger bekannte Arbeiten, darunter Videos und Skulpturen, seine kommerzielle Fotografie und persönliches Archivmaterial. Den Höhepunkt der Ausstellung bildet sein letztes Werk, ein unvollendetes Video.

Erwin Olaf Springveld (1959–2023) gilt international als einer der bedeutendsten niederländischen Fotokünstler und wird für seine charakteristischen Inszenierungen, seine einzigartige Beleuchtung, seinen Perfektionismus und seine kontroversen Themen gefeiert. Er war ein Freidenker, und das Streben nach persönlicher Freiheit bestimmte sein gesamtes Handeln – er war ein leidenschaftlicher Verfechter von Identität, Sexualität und Geschlecht, des menschlichen Körpers in all seinen Formen, des Nachtlebens und der Gleichberechtigung für alle. In dieser thematisch strukturierten, aber dennoch lose chronologisch angelegten Ausstellung ist Olafs Aktivismus ein wiederkehrendes Motiv.

Die Ausstellung zeichnet einen Bogen durch Erwin Olafs reichhaltiges Werk, beginnend mit seinen journalistischen, ehrlichen Schwarz-Weiß-Reportagen aus den frühen 1980er Jahren. Mit Themen wie Demonstrationen für die Rechte von Homosexuellen unterstreichen diese sein Engagement für soziale Fragen. Olafs Liebe zu Licht und Komposition ist offensichtlich; sein Streben nach größerer Kontrolle über die Komposition veranlasste ihn, den nächsten Schritt zu gehen – inszenierte Studiofotografie.

Stedelijk Museum | www.stedelijk.nl/nl

© Fotograf*in unbekannt, Agfa Werbeaufnahme, um 1965 Museum Ludwig, Agfa Werbearchiv

Köln

Smile! Wie das Lächeln in die Fotografie kam
Präsentation in den Fotoräumen
1.11.2025 - 22.3.2026

Smizing, Squinching, Duckface, Fish Gape, Cheese oder Prunes: Schönheitsideale und Soziale Medien lösen immer schnelllebigere Trends für Porträtfotos aus. Bis zum späten 19. Jahrhundert war das Fotografiertwerden eine Prozedur, die größte Bewegungslosigkeit erforderte, um ein scharfes Bild zu erzeugen, was zu starren und leblosen Gesichtsausdrücken führte. Die Präsentation in den Fotoräumen des Museum Ludwig untersucht, wie sich unsere „Fotografiergesichter“ im Laufe der Zeit verändert haben. Sie bringt anonyme Porträtfotografien und künstlerisch gestaltete Porträts aus dem 19. bis 21. Jahrhundert zusammen zu einer Geschichte des Lächelns.

Museum Ludwig | www.museum-ludwig.de