Basel (CH)
Artists in Residence – „Sonic Boom“
„Sonic Boom“ ist ein zweijähriges Förderprogramm des Gare du Nord für Nachwuchskünstler:innen im Spannungsfeld von experimenteller und zeitgenössischer Musik, Soundperformance und Musiktheater. Das neue Artist in Residence-Format des Gare du Nord, „Sonic Boom“, bietet acht Künstler:innen eine Plattform zur künstlerischen Weiterentwicklung. Im Rahmen des Programms konzipieren und präsentieren sie über zwei Jahre hinweg jeweils zwei Cartes Blanches. Die ausgewählten Künstler:innen erhalten dafür einen Projektbeitrag (s.u.), professionelle Betreuung sowie Coaching zu inhaltlichen und praktischen Fragestellungen und werden bei der Projektgenese unterstützt.
Ein zentraler Bestandteil von „Sonic Boom“ ist der Kollektivgedanke. In einem vielseitigen Begleitprogramm mit moderierten Konzertbesuchen, Diskursformaten und Impro-Sessions entsteht Raum für Austausch, Begegnung und gegenseitige Inspiration zwischen den Teilnehmenden. „Sonic Boom“ wird von Januar 2026 bis Dezember 2027 stattfinden. Die acht Künstler:innen werden von einer fünfköpfigen Fachjury ausgewählt.
Berlin
Dystopia
25.09.–11.10.2026
Seit 2018 veranstaltet Errant Sound e.V. im zweijährigen Rhythmus die Klangkunst-Biennale DYSTOPIA. Mit der Biennale werden internationale klangkünstlerische Positionen zusammengeführt, die sich mit dystopischen Momenten sowohl unserer Zeit als auch einer imaginierten Zukunft auseinandersetzen. Insgesamt wurden bisher über 120 Künstler:innen und 60 Projekte gezeigt. Das Motto der Ausgabe 2026 lautet „Globale ökologische Utopien und Dystopien“. Dafür werden Künstler:innen aus dem sogenannten „Globalen Süden“ im Dialog mit Künstler:innen aus dem „Globalen Norden“ eingeladen, Werke zu präsentieren, die sich mit den ökologischen Folgen des Dualismus von technologischen, politischen und ökonomischen Utopien/Dystopien beschäftigen.
Das Konzept einer globalen Dystopie wird zunehmend im Zusammenhang mit aktuellen gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Trends diskutiert. Es wird oft in den Medien argumentiert, dass wir bereits in einer Art dystopischer Gegenwart leben, die durch extreme Ungleichheit, Umweltzerstörung und den Verlust des sozialen Zusammenhalts gekennzeichnet ist.
Umweltkrisen spielen eine zentrale Rolle in der Argumentation für eine globale Dystopie. U.a. durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel bereits jetzt spürbar an, vor- aussichtlich innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre werden zahlreiche Küstengemeinden überflutet, wobei kleine Inselstaaten sogar existenziell bedroht sind.
Als Reaktion auf diese Situation entstehen auch utopische Visionen und koordinierte Maßnahmen.
Karlsruhe
next_generation X
Konzerte, Installationen, Vorträge
17.–20.06.2026
Im Juni öffnet das ZKM | Karlsruhe erneut seine Tore für ein außergewöhnliches Treffen aufstrebender Talente und erfahrener Expert:innen aus der Welt der elektronischen Musik. Über vier Tage hinweg versammeln sich Hunderte von Studierenden und Lehrenden aus ganz Europa, um ihre neuesten klanglichen Kreationen zu präsentieren und sich über die Zukunft dieser Kunstform auszutauschen. Das internationale ZKM-Festival der Hochschulstudios für elektronische Musik, bekannt als next_generation X, verspricht eine faszinierende Reise durch die Welt der akustischen Innovation. Mit einem vielfältigen Programm, das von festen Medien über Raumklänge bis hin zur Live-Elektronik reicht, bietet das Festival einen einzigartigen Einblick in die kreative Vielfalt junger Komponist:innen. Diese Veranstaltung, die bereits ihr zehnjähriges Bestehen feiert, hat bewusst auf ein übergeordnetes Motto verzichtet, um Raum für eine breite Palette künstlerischer Ausdrucksformen zu schaffen.
Studierende von 27 verschiedenen Hochschulen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, den Niederlanden, Italien und der Schweiz werden vom 5. bis 8. Juni ihre Arbeiten präsentieren und dabei Themen von politischer Relevanz über ökologische Anliegen bis hin zu persönlichen Reflexionen in ihren Kompositionen erforschen. Jedes Stück ist dabei nicht nur ein künstlerisches Werk, sondern auch ein Dialog zwischen Menschen und Technologie, der die Grenzen des Möglichen neu auslotet.
Köln
SEE THE SOUND Musikdokumentarfilm-Festival
15.–19.07.2025
„SEE THE SOUND“ ist ein Film- und Musikfestival in Köln (Deutschland), das sich ganz der Verbindung von bewegtem Bild, Musik und Klang widmet und regelmäßig im Rahmen von SoundTrack_Cologne stattfindet, einer der führenden europäischen Plattformen für Musik und Sound in Film, Games, TV und Multimedia.
Online
Conserve the Sound
„Conserve the Sound“ ist ein Onlinemuseum für verschwindende Geräusche. Die Geräusche eines Wählscheibentelefons, eines Walkmans, einer analogen Schreibmaschine, eines Münztelefons, eines 56k-Modems, eines Atomkraftwerks oder sogar einer Handytastatur sind teilweise schon verschwunden oder verschwinden gerade aus dem täglichen Leben. Begleitend kommen Menschen in Text- und Videointerviews zu Wort und vertiefen den Blick in die Welt der verschwindenden Geräusche. „Conserve the Sound“ ist ein Projekt von CHUNDERKSEN und wurde 2012/2013 von der Film & Medienstiftung NRW gefördert.

CTS, Screen © CHUNDERKSEN
Seoul (KOR)
Audeum Audio Museum
Das Audeum Audio Museum wurde gegründet, um Kultur und Kunst mit Schwerpunkt auf Klang zu fördern. Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Tonwiedergabegeräten von Weltklasse aus dem 19. Jahrhundert bis heute, darunter Raritäten wie der Edison-Phonograph und der Western Electric-Lautsprecher. Mit Schwerpunkt auf Konservierung und Forschung ist das Audeum bestrebt, das herkömmliche Hörerlebnis zu erweitern und neu zu definieren, indem es historische Tonwiedergabetechnologie mit der breiteren Welt der Kunst verbindet.
Das Museum wurde von dem Architekten Kengo Kuma entworfen, der von der Bedeutung der Wiederverbindung mit der Natur überzeugt war. Abseits des Trubels von Seoul liegt das Audeum in einem Wohnviertel mit Blick auf die idyllischen Cheonggye-Berge. Die subtile und beeindruckende Architektur des Museums greift Aspekte der Natur auf, wie beispielsweise das sich ständig verändernde Licht.
Zürich (CH)
Free flow festival
04.–07.06.2026
Das Free Flow Festival steht für vier Tage voller Musik, Interaktion und Begegnungen. Im Provitreff in Zürich, auf den Straßen und vielleicht auch an anderen überraschenden Orten – wer weiß ... sorgfältig kuratierte, neue und inspirierende Musikprojekte mit einer Vielzahl von Künstlern und Perspektiven. Wir stellen Fragen und geben Raum für Antworten: Was liebe ich im Moment am meisten? Welche Themen wollte ich schon immer in meiner künstlerischen Praxis erforschen? Mit wem kann ich meine Vision verwirklichen? Diese und andere Fragen begleiten die Künstler während der Entstehung der dritten Ausgabe des Free Flow Festivals. Das kuratorische Motto: dem nachgehen, was die Künstler für relevant halten. Das Ziel: Projekte zu starten, fortzusetzen und zu testen, die hoffentlich eine lange Reise in der nationalen und internationalen Kunst- und Musikszene vor sich haben. Guerillaclassics begleitet die Entstehung neuer Rahmenbedingungen und bietet den Raum, diese immer wieder neu zu definieren.
Karlsruhe
TURNS Konzertreihe
Im Februar startet am ZKM | Karlsruhe mit TURNS eine neue Konzertreihe, die mit den Hörgewohnheiten des Publikums spielen wird. Einmal im Monat lädt das ZKM | Hertzlab ein, im Klangdom neue Perspektiven auf elektronische Musik, Klangkunst und Sound Art zu entdecken. Internationale und lokale Künstler:innen regen dazu an, unser Verständnis von Sound zu erweitern – in Performances, partizipativen Installationen und interaktiven Formaten
Mit der neuen Konzertreihe TURNS, kuratiert von Lea Luka Sikau, schafft das ZKM | Hertzlab Resonanzräume, die mit unseren Hörgewohnheiten spielen: Elektro-Trash wird zum Chor, Musik trifft auf Bauchgeräusche, Gamer:innen werden zu Performenden. Der Publikumsraum rückt dabei selbst ins Zentrum und wird ein Ort des gemeinsamen Erlebens, in dem man sich neu begegnen und Klang spielerisch befragen kann. Internationale und lokale Künstler:innen präsentieren Performances, partizipative Installationen und spielerische Ansätze, die die Zuhörenden in den Mittelpunkt rücken.
Themen der Konzertreihe TURNS
Den thematischen Rahmen für TURNS bilden drei kuratorische Zyklen: SOUNDING CYCLES (Februar–April 2025), SOUNDING OUT HEALTH (Mai–August 2025) und SOUNDING OUT CONNECTION (September–Dezember 2025). Sie verbinden gesellschaftliche Diskurse, künstlerische Forschung und musikalischen Ausdruck zu immersiven Erlebnissen, bei denen der Prozess und das kollektive Experimentieren im Vordergrund steht.
Der erste Zyklus SOUNDING CYCLES widmet sich zyklischen Rhythmen, kreisenden Bewegungen und repetitiven Schwingungen. Künstler:innen inszenieren Eigendynamiken von Material, kehren das politische Moment von Sound in den Vordergrund und verweben vergangene Traditionen mit Motion Capture.
Schweiz (CH)
Hörminute
Die Klang-App hörminute.ch verschafft der zeitgenössischen Musik in der Schweiz Gehör und lädt dazu ein, sich regelmäßig einen Moment des bewussten Hörens zu nehmen, experimentelle Klänge zu entdecken und miteinander zu teilen. Seit 2023 haben rund 40 zeitgenössische Musiker*innen Kompositionsaufträge erhalten. Seither wurden rund 100 Miniatur-Kompositionen eingereicht und veröffentlicht. Im Gegensatz zu gängigen Musikplattformen wird über das Projekt zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Gehörten angeregt. So werden in Workshops mit Schulklassen Kinder mit den Hörminuten an experimentelle Musikformen herangeführt und gemeinsame Hörerlebnisse gestaltet. Seit dem Pilotprojekt im 2021/22 haben rund 600 Kinder mit der Künstlerischen Leitung Sylwia Zytynska in ihren Schulklassen eigene Hörminuten kreiert und sind in das Klanguniversum der Plattform eingetaucht.
Die Klang-App wird stetig um neue Hörminuten erweitert und die Macher:innen sind in verschiedenen Regionen der Schweiz unterwegs. In Kooperation mit namhaften Festivals und Ensembles führen wir Workshops für Kinder/Familien und Performances durch.
Hörminute 3 | © Ute Schendel
Mit «HörZeit» wurde ein neues Teilprojekt für betagte Menschen in Alters- und Pflegeheimen lanciert. Wir entwickeln eine Handreichung mit Musikaufnahmen und Übungen, die Fachpersonen Aktivierung & Betreuung befähigen, eigenständig und ohne musikalische Vorkenntnisse ein Programm basierend auf Klang, Musik & Bewegung in ihren Institutionen durchzuführen. Mit Ansätzen aus der Neuen Musik sollen die Materialien zu einem gemeinsamen Musizieren und Kreieren von Klangwelten einladen. Dabei werden Alltagsgegenstände und akustische Materialien wie Glas, Holz, Metall oder Plastik als Instrumente verwendet. Ziel ist, dass die Bewohner:innen mit überraschenden Objekten und Übungen in ihrer Sinneswahrnehmung und Neugier angeregt werden, sich selbst aktiv beteiligen und Gemeinschaft erleben.
Das Projekt Hörminute wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht.
Trossingen
Museum of a Future Past
Blicken wir aus dem Jahr 2070 zurück auf das Heute: welche unserer alltäglichen Klangwelten sind inzwischen ausgestorben? Brausender Verkehrslärm, knackendes Eis, zirpende Singvögel, klimperndes Bargeld, die Melodien regional-ländlicher Dialekte: Unsere vertrauten Klanglandschaften werden sich so radikal verändern wie unser Alltag. Alles ist im Wandel, verursacht durch Klimaveränderungen, Biodiversitätsverlust und technologische Fortschritte, oder sogar durch Faktoren, die wir zum jetzigen Zeitpunkt lediglich spekulativ in Betracht ziehen können.
Aus diesem Gedanken entstand eine ungewöhnliche Kooperation des Ensemble Recherche Freiburg mit dem Landeszentrum MUSIK-DESIGN-PERFORMANCE der staatlichen Hochschule für Musik Trossingen.
„Museum of a Future Past“ ist ein hybrides Projekt, ein kreatives Geräuscharchiv, eine performative Installation und ein begehbarer Klangraum. Musikdesign-Studierende entwickeln, betreut von Prof. Sonja Schmid (Ensemble und digitale Performance) und Prof. i.V. Christian Losert (Intermediales Gestalten) eigenständige Präsentationsformen für die Räume des Ensemblehaus Freiburg und die Wiedereröffnung des Trossinger Konzertsaals. Inspiriert durch den Museumsgedanken und dabei voller musikalischer und technologischer Spielfreude, inszenieren sie Klangwelten und ermöglichen eine ästhetische Erfahrung der Transformationsprozesse unserer Zeit. Die Installationen wurde an 2 Tagen im Ensemblehaus Freiburg einem begeisterten Publikum zugänglich gemacht und durch instrumentale Performances der Ensemble-Musiker*innen ergänzt, welche im Laufe der vorangegangenen Woche gemeinsam entwickelt wurden.
Wien (A)
Haus der Musik
Ein Klangmuseum, das Kräfte freisetzt!
Das Haus der Musik hat seine Besuchszahlen seit der Gründung im Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Die interaktive Musikvermittlung findet auch International Anklang. Wien gilt als Welthauptstadt der Musik. Aber nur an einem Ort können bereits junge Menschen Klänge erforschen, den Stars der Wiener Klassik nachspüren, Tönen auf die Schallwelle fühlen und selbst ein Orchester dirigieren: Im Haus der Musik. Das Museum, das auch Konzerte veranstaltet und als Eventlocation dient, will kulturelle Barrieren beseitigen und Menschen für Musik sensibilisieren, erklärt Direktor Simon Posch: „Wir sind ein Ort lebendiger Auseinandersetzung, der neue Zugänge zu Musik eröffnet. Die Leute sollen neugierig zu uns kommen, mit einer Melodie auf den Lippen in den Alltag zurückkehren, und etwas für ihr Leben mitnehmen. Kultur und Musik können eine starke Kraft der Verbindung und Inspiration sein. Diese Kraft wollen wir mit unserem breiten Angebot freisetzen.“
Zürich (CH)
Sonic Matter
Klangliche Materie, nie gehörte Töne und musikalische Labore: Seit 2021 lädt die Plattform SONIC MATTER dazu ein, experimentelle Musik zu entdecken, zu erforschen und mitzugestalten. Ihr Herzstück ist das viertägige SONIC MATTER Festival, das alljährlich in den Wintermonaten an verschiedenen Orten in Zürich einen Raum zum Eintauchen in den Klang bietet: von kritisch bis sinnlich, verbindend bis energetisch, kontemplativ bis tanzbar.
Die Festivalausgaben sind in thematische Bögen eingebettet, die neugierig machen und zugleich Fragen aufwerfen: Die Festivaltrilogie 2025 – 2026 – 2027 steht unter den Mottos «remake – drift – world building» und versteht sich als Nährboden für die Wechselwirkung zwischen künstlerischen Prozessen und den Entwicklungen ihrer Umwelt.
Mit seinen Festivals bringt SONIC MATTER nicht nur Musiker:innen aus der Schweiz mit internationalen Künstler:innen zusammen; das Festival ermöglicht in Mitmachformaten und Residenzen den Austausch zwischen den Künstler:innen und allen, die sich beteiligen wollen – ob als Zuhörer:innen, Gesprächspartner:innen oder Künstler:innen für einen Tag.
Mit dem Veranstaltungskalender SONIC MATTER_soundguide und dem SONIC MATTER_radio ist die Plattform auch über das Festival hinaus aktiv und macht an 365 Tagen im Jahr Stimmen der Freien Musikszene hörbar, die im kommerzialisierten Musikbetrieb oft untergehen.
