Das Bucerius Kunst Forum von der gegenüberliegenden Fleetseite am Neuen Wall © Bucerius Kunst Forum, Foto: Ulrich Perrey

Hamburg

Bucerius Kunst Forum

Das am Alten Wall gelegene Bucerius Kunst Forum lädt seine Gäste ein zu einer exklusiven Begegnung mit den Klassikern der Kunst. Vier wechselnde Ausstellungen pro Jahr zeigen in konzentriertem Format internationale Kunst höchster Qualität.

Das Bucerius Kunst Forum ist der Ort für alle, die Kunst mitten in Hamburg neu erleben wollen. Direkt am Rathaus zeigen sie wechselnde Ausstellungen mit Werken aus unterschiedlichen Zeiten und Kunstformen – von den großen Klassikern bis zu überraschenden Neuentdeckungen.

Ihre Ausstellungen holen Kunst in die Gegenwart. Mit klaren Themen, starken Bildern und besonderen Inszenierungen schaffen sie Räume, in denen Kunst nahbar und verständlich wird. Jede Ausstellung erzählt ihre eigene Geschichte und lädt dazu ein, genauer hinzuschauen, zu staunen und sich ein eigenes Bild zu machen.

Ob kurze Führung in der Mittagspause, Familienangebot am Wochenende, Gesprächsabend, Wandelkonzert, Yoga oder Workshop: Ihr vielfältiges Programm bietet viele Zugänge und macht den Besuch zu einem Erlebnis – für Kunstfans ebenso wie für Neugierige, die einfach mal vorbeischauen wollen.

Als offenes Haus in der Hamburger Innenstadt möchten sie Menschen zusammen- und ins Gespräch bringen und zeigen: Kunst gehört in die Mitte der Gesellschaft. Gerade in bewegten Zeiten braucht man Orte, die verbinden und Raum für Austausch bieten. Das Bucerius Kunst Forum ist so ein Ort. Dort ist Kultur kein Luxus, sondern Einladung: zum Entdecken, Nachdenken, Diskutieren – und zum gemeinsamen Erleben von Kunst.

F.C. Gundlach, Op Art-Badeanzug, Brigitte Bauer, Sinz Bademoden, Vouliagmeni, 1966 © F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach

F.C. Gundlach
You'll Never Watch Alone
08.05. — 16.08.2026

Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg widmet F.C. Gundlach zum 100. Geburtstag eine große Ausstellung – und erzählen dabei weit mehr als die Geschichte eines Starfotografen. Die Schau im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 beleuchtet Gundlach als Fotografen, Galeristen, Sammler, Unternehmer und Netzwerker – und damit als einen der prägenden Akteure der deutschen Fotokultur. Rund 130 Fotografien Gundlachs, ergänzt um etwa 70 Werke aus seiner Sammlung, treten in einen dichten Dialog, darunter Arbeiten von Erwin Blumenfeld, Richard Avedon, Regina Relang oder Cindy Sherman. Die Stiftung F.C. Gundlach ist alleinige Leihgeberin dieser ersten großen Ausstellung seit seinem Tod 2021.

Der Titel „You’ll Never Watch Alone“ ist Programm: Fotografie erscheint hier nicht als isolierter künstlerischer Akt, sondern als Ergebnis von Allianzen – zwischen Magazinen und Modehäusern, Fotoindustrie und Galerien, Museen und Medien. Gundlachs Karriere führt von Hamburg nach Paris, New York, Tokio. Seine Bilder spiegeln nicht nur Trends, sie prägen Vorstellungen von Geschlecht, Körper und Identität, die bis heute nachwirken.


F.C. Gundlach, Wilhelmina Cooper, „Fashion Studio“, Hamburg 1965 | © F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach

Statt einer lückenlosen Retrospektive setzt die Ausstellung auf markante Schlaglichter: Gundlach als Modefotograf, der neue Bildsprachen erprobt; als Galerist und Laborbesitzer, der in Hamburg und Berlin junge Positionen fördert; als Lehrer und Sammler, der Fotografie früh als eigenständige Kunstform etabliert. Neben den berühmten Modeaufnahmen sind bislang unveröffentlichte Schwarzweiß- und Farbfotografien, Experimente und Neuentdeckungen zu sehen.

So entsteht das Panorama der Fotokultur seit den 1950er-Jahren, in der sich gesellschaftliche Umbrüche und ästhetische Debatten in Bildern verdichten. Die Ausstellung macht sichtbar, wie eng Gundlachs Werk mit diesen Entwicklungen verflochten ist – und wie sehr seine Vision unser heutiges Bildverständnis geprägt hat.


F.C. Gundlach, „Kostüme der Saison“, Eleanor vor dem Brandenburger Tor, Berlin (West), 1955 © F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach

Max Pechstein, Das Paar (Interieur), 1921, Kunstmuseum Bochum (Sammlung Clothilde („Tilly“) und Paul Schlüter)

Von Monet bis Picasso.
Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland
11.09.2026 — 29.03.2027

Moderne Kunst in Deutschland ist ohne das Engagement jüdischer Sammlerinnen und Sammler nicht zu denken. Die Ausstellung „Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland“ macht diese vergessenen Akteur:innen sichtbar: Sie rekonstruiert fünfzehn bedeutende Sammlungen und führt rund 100 Werke zusammen, die sich heute über Museen und Privatsammlungen weltweit verteilen – darunter Arbeiten von Paul Cézanne, Claude Monet, Paula Modersohn-Becker, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Pablo Picasso, Camille Pissarro, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff.

Im Zentrum stehen Familien, Paare und Einzelpersonen wie die Familie Hirschland, Paul und Clothilde Schüler, Max Meirowsky, Rosa Schapire und Margarete Mauthner. Viele ihrer Namen haben keinen Eingang ins kollektive Gedächtnis gefunden, ihre Sammelpraxis aber war ein integraler Bestandteil der deutschen Moderne. Die Ausstellung präsentiert diese Sammlungen in ihrem historischen Kontext: mit Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafik, Skulpturen und Künstler:innenpostkarten – und mit Dokumenten, die die Sammler:innen als engagierte Protagonist:innen eines lebendigen bürgerlichen Kunstlebens zeigen.

Die Schau macht sichtbar, wie jüdische Sammlerinnen und Sammler den neuen Stilrichtungen offen begegneten, wie sie Museen, Kunstvereine, Galerien und Künstler:innen unterstützten und so maßgeblich zur Etablierung moderner Kunst beitrugen.

Zugleich erzählt die Ausstellung von Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung, Vertreibung und Ermordung. Sie zeigt, wie politischer Druck, Zwangssteuern, Vermögenssperren und Ausreiseverbote zur Zerschlagung der Sammlungen führten und wie Netzwerke aus Händler:innen, staatlichen Akteur:innen, Museen und internationalen Käufer:innen an der Verwertung beteiligt waren. Die Wege der Werke werden bis in die Gegenwart nachverfolgt – auch dort, wo ihre Geschichte verschleiert oder vergessen wurde.

Konzipiert und kuratiert von Stefan Koldehoff und Kathrin Baumstark, verbindet „Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland“ kunsthistorische und -soziologische Forschung mit Erinnerungskultur. Die Ausstellung holt die jüdischen Sammlerinnen und Sammler, ohne die die Moderne in Deutschland kaum denkbar wäre, mit ihren Werken und Geschichten zurück ins öffentliche Bewusstsein.


Paula Modersohn-Becker, Vier Kinder vor Landschaft mit Moorkanal, um 1900, Kunst- sammlungen Chemnitz-Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung Gunzenhauser © Foto: Archiv Museum Gunzenhauser | (Sammlung Wilhelm Landmann)