Sindelfingen
New Classical Music Festival
25.09. – 11.10.2026
Unter dem Motto „Musik bewegt“ aktiviert es vom 25. September bis 11. Oktober 2026 die Region Sindelfingen/Böblingen mit einem exquisiten Konzert- und Workshop-Programm.
Nur wo Bewegung ist, eröffnen sich neue Perspektiven. Für Bewegung und neue Perspektiven, in musikalischer wie emotionaler Hinsicht, sorgt einmal mehr das New Classical Music Festival. Konzipiert vom Künstlerischen Leiter David Hanke, setzt das Festival sein Jahresmotto buchstäblich in die Tat um. Und so fangen Maschinen an zu grooven, musikalische Traditionen gehen aufeinander zu, unterschiedliche Klangwelten verbinden sich und es treten Instrumente ins Rampenlicht, die allzu oft links liegen gelassen werden.
Die Lust an Bewegung, an frischem Wind und am Musizieren jenseits enger Genre-Grenzen – sie gehört im Wortsinn zur DNA der Festivalgründer. Schließlich treten die Hanke Brothers mit Blockflöte, Viola, Klavier und Tuba auch nicht gerade in der üblichen Quartettbesetzung auf. Klassisch ausgebildet, aber mit ihrer Instrumentenkombination in keine Schublade passend, sind die vier Brüder die perfekten Botschafter für eine neue Spielart von Klassik. New Classical Music hat dem Festival seinen Namen gegeben, und der Erfolg des Formats ist der beste Beweis dafür, welches enorme Potential in dieser „unlimitierten“ Musik steckt. Mehr noch, wie diese freiere Auffassung von Klassik gerade junge Menschen begeistern kann.
Perleberg
RAUM – KLANG – BILD – PERLEBERG 2026
Perleberg, mit seiner dreischiffigen gotischen Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der Stadtkirche St. Jacobi auf dem Großen Markt der ehemaligen Hansestadt bietet den idealen Aufführungsort für eine Vielzahl von Konzerten und kulturellen Veranstaltungen unter der künstlerischen Leitung des Komponisten, Chorleiters und Kirchenmusikers der Gesamtkirchengemeinde Perleberg, Andreas Behrendt.
KLANG – BILDER im geistlichen und weltlichen Kontext.
RAUM – KLANG aus Vergangenheit und Gegenwart.
Illuminierte RAUM –BILDER machen auf raffinierte Weise architektonische Details im anderen Licht erfahrbar. Das Prignitzer Chorprojekt Perleberg unter der Leitung des künstlerischen Leiters lädt ein zu Mitmach-Konzerten. Weltlich, geistlich, interkonfessionell, Konzerte, im Dialog mit anderen Kulturen und Epochen. Ensembles für Alte Musik und international renommierte Jazzsolisten.
Highlight - Samstag, 26.09.2026 um 20 Uhr
Dialogkonzert – The Expanding Time - Die sich ausdehnende Zeit
Steinharfe, Mittelalterlicher Vokalmusik, Jazz, Improvisationen und Neue Musik sowie Sufi Lyrik Radia von Basra - Rasha Ragad (Rezitation) Uli Kempendorf (Saxofon), Kalle Kalima (E-Gitarre), Andreas Behrendt (Komposition/Orgel) Burkard Wehner (Vokalensemble Vox Nostra)
Dortmund
Zeitinsel-Festival
mit Lera Auerbach
05. – 07.11.2026
Lera Auerbach ist nicht nur eine weithin anerkannte Dirigentin, Pianistin und Komponistin. Auch als preisgekrönte Dichterin und bildende Künstlerin hat sie sich einen Namen gemacht. Mit ihr widmet das Konzerthaus Dortmund das Zeitinsel-Festival der Saison 2026/27 einer der gefragtesten und spannendsten kreativen Stimmen.
In enger Zusammenarbeit mit Lera Auerbach hat das Konzerthaus ein Zeitinsel-Festival geplant, das neben ihren Hauptwerken, Kammermusik und Einblicken in ihre Kunst auch neue, für das Konzerthaus eigens konzipierte Projekte umfasst. Der Auftakt am 5. November bringt direkt eine Uraufführung: Das Ariel Quartet, mit dem die Komponistin eine lange Zusammenarbeit und viel gemeinsame Konzerterfahrung verbindet, hebt das vom Konzerthaus Dortmund beauftragte 11. Streichquartett aus der Taufe. Auch eins von Auerbachs Kernwerken, die Sinfonie »Arctica«, erfährt eine Neuerung: Die Komponistin arbeitet das Werk nach Begegnungen mit Ältesten verschiedener indigener Volksgruppen um und ergänzt Texte in den Sprachen der Inuit: »Es schöpft aus arktischen Mythen, ihrer Sprache und elementaren Kräften. Es lauscht dem Norden nicht als Territorium, sondern als Orakel«, erklärt sie. Diese »Arctica« befasst sich natürlich mit der unfassbaren Schönheit der Arktis, ihren Klängen wie dem traditionellen Kehlkopfgesang, aber auch mit der Frage, wie die Arktis sich in Zeiten des Klimawandels verändert. Wichtiges Element der Aufführung ist neben Bildern, die in Kooperation mit »National Geographic« gezeigt werden, die Mitwirkung von Inuit an der Sinfonie und am vertiefenden Gespräch im Salon mit Intendant Raphael von Hoensbroech. Dazu macht ein reiches Instrumentarium die Welt der Arktis hörbar, darunter eine Schamanentrommel, Whistles, Eisblöcke und ein Theremin, das Töne ohne Berührung praktisch aus der Luft erzeugt und dem das Publikum auch in einem Workshop näherkommen kann.
Zum Abschluss des Festivals erklingt Lera Auerbachs monumentales Werk »72 Angels« durch Chorwerk Ruhr und das Raschèr Saxophone Quartet. Wo »Arctica« sich der realen Welt und der Verletzlichkeit des globalen Ökosystems zuwendet, richtet »72 Angels« den Blick in den Himmel. Auerbach entwirft ein überkonfessionelles Klanggebäude, das 72 Engelsnamen in Musik umsetzt und die Tradition verschiedener Kulturen – ob abrahamitische Religion, hinduistische Devas oder zoroastrische Yazatas – durch das Motiv der Engel miteinander verbindet. Mit dem Schluss-Epilog, einer leisen Meditation, die auf Obertönen basiert, endet die Zeitinsel. Sie kann etwas in uns anstoßen, Fragen an unsere Zeit stellen in Bezug auf den Menschen und sein Verhältnis zu Natur, Technologie und Macht – damit, wie Lera Auerbach es ausdrückt, »etwas übrigbleibt«.
Tuned
Ein bundesweites Netzwerk wird ins Leben gerufen zwischen Festivals, die künstlerisch, programmatisch und organisatorisch bereits neue Konzertformen und Arbeitsweisen erproben und dabei je eigene Innovationsansätze, programmatische Profile und Produktionsbedingungen repräsentieren. Dafür ausgewählt wurden zunächst das Beethovenfest Bonn, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern mit dem Detect Classic Festival, das Mozartfest Würzburg, das Festival PODIUM Esslingen, die Thüringer Bachwochen und die Initiative TONALi Hamburg. Die Festivalpartner im Netzwerk sollen gemeinsam und je eigenständig neue Modelle und Ansätze bei der Konzertgestaltung etwa im Umgang mit Partitur, Komposition, Inszenierung, Kontextualisierung, Choreografie und Kanon entwickeln. Gleiches gilt im Bereich der Organisation etwa bei der Entwicklung nachhaltiger Touring- und Residenzmodelle oder dem Aufbau langfristiger künstlerischer Kooperationen. Neue Ideen sollen auch für die Zusammenarbeit mit dem Publikum oder lokalen Musikszenen ausprobiert werden.
Vom 10. bis 12. November 2025 fand das tuned Ideenfestival zur Zukunft der Klassik im Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum statt. Mehr als 300 Teilnehmende aus der Klassikszene waren dabei, darunter Leitungen von Festivals, Konzerthäusern, Orchestern und freien Ensembles, Komponistinnen, Dramaturgie, Kulturmanagement sowie Vertreter aus Forschung, Hochschulen und Verbänden.
https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/projekte/musik_und_klang/detail/tuned.html
