Vevey (CH)

IMAGES VEVEY
bis 25.9.2022

Zum achten Mal kehrt die wichtigste Schweizer Biennale für visuelle Kunst mit ihrem einzigartigen Konzept zurück: Fotoausstellungen und -installationen im Freien sowie in Innenräumen, die kostenlos und exklusiv in der ganzen Stadt Vevey zu entdecken sind. Über monumentale Installationen und einzigartige Inszenierungen erlebt das Publikum Bilder auf eine völlig neue Art und Weise. Eine Besonderheit der Biennale ist, dass sie ihre Ausstellungen standortspezifisch erstellt, um eine Übereinstimmung zwischen dem präsentierten Werk, der Szenografie und dem Ausstellungsort finden zu können.

Das Thema der diesjährigen Biennale ist „Together. Das Leben zusammen“

In der Vielfalt liegt die Stärke! Indem sie über fünfzig Künstler: innen aus mehr als zwanzig Ländern zusammenbringt, schafft die Biennale Images Vevey ein Gefühl des Miteinanders. Es ist die Zeit des Wiedersehens und der Vereinigung, trotz eines unsicheren internationalen Kontextes.  Unsere Beziehung zu anderen Menschen und zu unserer Umwelt, die Bedeutung und die Zerbrechlichkeit der sozialen und familiären Bindungen, die Freuden und die Leiden, wenn das Kollektiv und das Individuum koexistieren: All diese Themen beleuchtet die Ausgabe 2022 des Festivals.

www.images.ch

Andreas H. Bitesnich, Philip Glass, 2012, copyright Andreas H. Bitesnich, courtesy IMMAGIS ART PHOTOGRAPHY

München

Andreas H. Bitesnich: Selected Works 1991-2022
7.10. – 19.11.2022

Am 6. Oktober 2022 eröffnet die Münchner Galerie IMMAGIS ART PHOTOGRAPHY die neueste Ausstellung des international renommierten Fotografen Andreas H. Bitesnich (*1964, Wien). Unter dem Titel „Selected Works 1991 - 2022“ zeigt die Schau einen Auszug aus seinem Schaffen der letzten 30 Jahre. Dabei kommen seine berühmten wie skulpturen Aktkompositionen genauso zum Tragen wie seine minimalistisch arrangierten Porträts.

Museal, dem einzelnen Exponat Raum gebend, erwartet die BesucherInnen eine meditative Raumwirkung, mit Hilfe derer man sich auf das Werk Bitesnich einlassen kann, ohne der alltäglichen Bilderflut zu begegnen. Starke Porträts wie von Philip Glass oder Anthony Quinn stehen ballethafte Körperlandschaften gegenüber – das Auge ruht und wird gleichzeit stimuliert.

Bereits 1988 begann Bitesnich mit der Fotografie, über die ersten zehn Jahren in einem intensiven Ausbildungs- und Trainingsprozess. Mit der Zeit spezialisierte und fokussierte sich der Fotograf immer mehr auf die Aktfotografie, fand durch eine starke Kontrastierung und einen reduzierten Bildaufbau seine visuelle Sprache und erlangte in den späten 1990er Jahren ein weltweites Renommée.

Während seine Körper- und Portraitaufnahmen vorrangig im Studio als S/W-Fotografien entstehen, hegt Bitesnich auch eine große Passion für Street- und Reisefotografie. Zumeist in Farbe.

IMMAGIS ART PHOTOGRAPHY, Blütenstraße 1, 80799 München
www.bitesnich.com

Raghubir Singh Taxifahrer, Kalkutta,1987 Farbfotografie 24,8 x 36,9 cm Museum Ludwig, Köln © Succession Raghubir Singh Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln

Köln

Raghu­bir Singh. Kolka­ta
bis 6.11.2022

Der in­dische Fo­to­graf Raghu­bir Singh (1942– 1999) kehrte im­mer wied­er nach Kolka­ta (bis 2001 Kalkut­ta) zurück und er­stellte über die Jahre ein kom­plex­es und vielschichtiges Fo­to­porträt der Metropole. Aufgewach­sen in Jaipur, der Haupt­s­tadt des in­dischen Bun­dess­taates Ra­jasthan, be­suchte Singh Kolka­ta 1961 das er­ste Mal. In den frühen 1970er Jahren lebte er noch in Jaipur; da­nach ver­legte er sei­nen Lebens­mit­telpunkt nach Hongkong und Paris; später lebte er in Lon­don und New York. Vor allem in sei­nen Straße­nan­sicht­en verdichtet Singh die viel­fachen Ein­drücke Kolka­tas in far­blich und kom­pos­i­torisch beein­druck­en­den Fo­to­gra­fien. Die Far­bigkeit ist für Singh kennzeich­nend für Ge­o­gra­fie und Kul­tur In­di­ens. In sei­nen Fo­to­gra­fien wird mit ihr­er Hilfe die Aufmerk­samkeit über das ganze Bild verteilt, so­dass Vorder- und Hin­ter­grund häu­fig wie auf ein­er Ebene er­schei­nen. Die un­ter­schiedlichen his­torischen Zeitschicht­en sind auf diese Weise in der Fo­to­gra­fie gleicher­maßen verge­gen­wärtigt. Singhs Fo­to­gra­fien sind die Hom­mage eines Kos­mopo­liten an eine kos­mopoli­tische Stadt.

www.museum-ludwig.de 

JR, Giants, Kikito and the Border Patrol, Tecate, Mexico–U.S.A., 2017, Installationsansicht, Wheat-paste Poster, © JR-ART.NET

München

R: CHRONICLES
26.8.2022 – 15.1.2023

Die Kunsthalle München zeigt mit JR: Chronicles die bisher größte Retrospektive des französischen Künstlers JR (*1983) in Deutschland. Seine Ausstellungsorte sind eigentlich die Straßen dieser Welt. Dort erregt er auch Aufmerksamkeit bei jenen, die sonst keine Museen besuchen. Berühmt wurde JR durch Fotografien unbekannter Personen, die er in zum Teil monumentalen Formaten auf Häuserfronten, Eisenbahnzüge, Containerschiffe oder Grenzmauern plakatiert. Im Fokus stehen oft Menschen, deren Würde und Rechte übergangen werden. Ihnen verleiht JR mit seiner Kunst auf ebenso scharfsinnige wie einfühlsame Weise Sichtbarkeit. Seine wahre Identität hält JR bewusst geheim, firmiert nur unter seinen Initialen und tritt stets mit Sonnenbrille und Hut auf. Im Vordergrund steht nicht seine Person, sondern seine Werke; deren Interpretation überlässt er den Porträtierten und den Vorbeigehenden. Mit seiner Arbeit möchte JR keine Antworten vorgeben, sondern vielmehr Fragen aufwerfen und die Menschen zum Dialog anregen.

Anhand von ausgewählten Fotografien, Videos, Modellen und großflächigen Plakatierungen (Pastings) macht die multimediale Ausstellung, welche vom Brooklyn Museum organisiert wurde, JRs nur auf begrenzte Dauer angelegte Projekte nochmals erlebbar. Für die Kunsthalle München entwirft JR zudem ein Trompe-l’Œil, das die Museumsmauern zu durchbrechen scheint und den Blick auf sein eigentliches Tätigkeitsfeld, den urbanen Raum, öffnet. 

www.kunsthalle-muc.de 

Zosia Promińska, Gabrysia 13, aus der Serie Waiting Room © Zosia Promińska

Berlin

Ausnahmezustand. Polnische Fotokunst heute
10.9. – 1.1.2023

Ab dem 10. September präsentiert das Berliner ZAK – Zentrum für Aktuelle Kunst in der Zitadelle Spandau die Gruppenausstellung „Ausnahmezustand. Polnische Fotokunst heute“ und gewährt einen faszinierenden Einblick in die zeitgenössische Fotografie Polens. Vorgestellt werden 26 Stellvertreter*innen der jüngeren und der mittleren Generation polnischer Fotograf*innen und Fotokünstler*innen, von denen viele bisher kaum oder gar nicht in Deutschland bekannt sind. Zu Unrecht, wie die Besucher*innen feststellen werden. Neben vielen Formen einer ästhetisch und formal frischen Dokumentarfotografie reicht das Spektrum des Gezeigten von der Porträt- und Selbstporträtfotografie über Stillleben und Landschaftsfotografie bis hin zu freien künstlerischen Ansätzen in der Abstraktion. Präsentiert werden die Werke als klassische Tafelbilder, in Projektionen sowie in objekthaften Installationen.

www.zitadelle-berlin.de/zentrum-fuer-aktuelle-kunst/

Essen

Auf dem Weg zum Bundesinstitut für Fotografie

Anlässlich der viel beachteten Initiative zur Gründung eines Bundesinstituts für Fotografie gibt die Stadt Essen in Zusammenarbeit mit den vier Partnern des Zentrums für Fotografie Essen – Folkwang Universität der Künste, Historisches Archiv Krupp, Museum Folkwang und Stiftung Ruhr Museum – die erste Ausgabe des Magazins „Fotostadt Essen“ heraus. Das 76-seitige Magazin, das am Wochenende der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beiliegt und als digitale Publikation erhältlich sein wird, unterstreicht die umfängliche Expertise der Essener Institutionen auf allen Feldern der Fotografie und bringt einem breiten Publikum auf anschauliche Weise die Themen eines künftigen Bundesinstituts für Fotografie näher. Die Essener Institutionen stehen mit ihren Programmen, nationalen und internationalen Netzwerken und Aktivitäten beispiellos für Zeitgenossenschaft, Relevanz und Wirkung in Ausbildung, Ausstellungen, Archivierung, Sammlungsarbeit, Dokumentation, Wissenschaft, Restaurierung und Kuratierung.

Zur digitalen Ausgabe des Magazins geht es hier.

Andreas Jorns, Weihnachtsfeier im Ual Fering Wiartshüs, Oldsum, Dezember 2019 © Courtesy of the artist

Alkersum

Made on Föhr. Inseljugend Andreas Jorns
12.12.2021 – 27.11.2022

Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen Insel, wenn man jung ist? Sind die Menschen dort einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl größer als anderenorts? Ist es langweilig für junge Menschen auf Föhr – insbesondere dann, wenn im Winter oder in Zeiten wie der Covid-19-Pandemie die Inselgäste ausbleiben? Will man nichts wie weg auf das weite Festland? Oder lieben die jungen Menschen „ihre“ Insel und bleiben?

Andreas Jorns (* 1966) stellte sich als Artist in Residence des MKdW genau diese Fragen. Im Winter 2019/20 begab er sich auf Spurensuche. Sieben Wochen lang begleitete er weit mehr als 100 junge Menschen auf Föhr. Er traf sie in der Schule und in der Freizeit, sprach mit ihnen in den Klassenräumen und zu Hause. Die Jugendlichen ließen es zu und zeigten ihm ihre Lebenswelten. Jorns war beim Musizieren und bei Chorproben dabei, traf sie am Strand, beim Sport, bei Vereinsaktivitäten und an ihren privaten Rückzugsorten, feierte, tanzte und diskutierte mit ihnen. Im November 2020 kehrte Andreas Jorns zu einem zweiten Aufenthalt auf die Insel zurück, um erneut mit den Jugendlichen zu sprechen. Welche Auswirkungen auf ihre Lebenspläne zeigt die Corona-Pandemie womöglich?

Die Ausstellung zeigt einen ersten Querschnitt von Aufnahmen als Ergebnis dieser in der Geschichte Föhrs bisher einmaligen fotografischen Recherche. Es ist die erste museale Schau des Künstlers. In der Satellitenschau in Wyk auf Föhr, stattBAR, sind parallel bereits seit Anfang 2021 Kontaktabzüge und Making-of-Aufnahmen zu sehen, die Einblicke in die Arbeitsweise des Fotografen gewähren.

Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de

Exteriör, Foto © Sebastian + Oddner

Falsterbo (SE)

Falsterbo Photo Art Museum

Eigentlich immer, wenn sich die Kunst der Stadt entzieht, entsteht Einzigartiges: Das neue Falsterbo Photo Art Museum an der Öresundküste Schonens macht da keine Ausnahme. Eine hochwertige Sammlung von rund 450 Originalen und Vintage Prints berühmter Fotografen wie Robert Mapplethorpe, Irving Penn und Richard Avedon bereichert die ohnehin üppige Kulturlandschaft rings um den Öresund um eine neue, außergewöhnliche Facette. Gerade mal einen Steinwurf von einem der schönsten Strände Schwedens und 25 Autominuten von Malmö und der Öresundbrücke entfernt präsentiert sich die Sammlung in den Räumlichkeiten des früheren Falsterbo Strandbades. Die einzigartige Location, das Lichtspiel im Kontrast von Land und Meer und die typischen hohen Kiefern im Hinterland der Dünen verleihen dem 1.500 qm großen Gebäude eine heitere Leichtigkeit. Diese setzt sich auch im Bistro Perspektiv fort, einem Café und nordischen Bistro mit asiatischen Einflüssen, von dem die Gäste auch den den Blick auf Kiefern, Dünen und das Meer genießen können. Den Grundstock der Ausstellung im Falsterbo Photo Art Museum bildet die private Photosammlung, die das in Malmö lebende Ehepaar Claes und Christina Lindquist im Laufe der letzten 15 Jahre zusammengetragen und in Kooperation mit der Fakultät für Kunst, Kultur und Kommunikation der Universität Malmö gestaltet hat. Grundlage des Konzeptes war der Wille, ein ganzheitliches Angebot zu schaffen, das die Lokalbevölkerung ebenso anspricht wie ein  internationales Publikum. Die Halbinsel Falsterbo liegt an der südwestlichsten Spitze des skandinavischen Kontinents und trennt den Öresund von der Ostsee. So klein sie auch ist, so bekannt sind ihre Sandstrände im ganzen Land: Während der  Sommermonate hört man an den Stränden Falsterbos Dialekte aus allen Teilen des Landes. Doch das Meer hat auch im Rest des Jahres Saison: Einer langen schwedischen Tradition folgend bietet ein neues Kallbadhus direkt am Hafen von Falsterbo-Skanör ganzjährig die Möglichkeit zu einem Meerbad mit Komfort. Wer den Gang ins kalte Nass genossen hat, erfreut sich im „Kaltbadehaus“ sicherlich an Umkleidekabinen, einer heißen Dusche, der Sauna und an kleiner, aber feiner Gastronomie.

www.falsterbophoto.com/en/